Gewalt

Angriffe auf Asylbewerberheime mehr als verdoppelt

Die Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland hat sich 2013 offenbar mehr als verdoppelt.

Wie die „tageszeitung“ unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) berichtet, wurden im vergangenen Jahr 58 Übergriffe registriert. Im Jahr zuvor waren es 24. Das BKA führt dabei nur die eindeutig rechtsextrem motivierten Straftaten auf. Flüchtlingsinitiativen schätzen, dass die Zahl weitaus höher ist. Das Internetportal „Monitoring Agitation Against Refugees in Germany“ zählte für 2013 insgesamt 113 Angriffe oder rassistische Aktionen gegen Heime. Allein in diesem Jahr hat es der Flüchtlingsorganisation „Pro Asyl“ zufolge bereits 20 Angriffe auf Asylunterkünfte gegeben, zwölf davon Brandanschläge.

Das Bundesinnenministerium rechnet dem Bericht zufolge auch für dieses Jahr nicht mit einer Abnahme der Angriffe. Das Asyl-Thema werde in der rechten Szene weiterhin ein „zentrales Agitationsthema bleiben“, sagte eine Sprecherin. Damit solle auch das nicht-extremistische, bürgerliche Spektrum erreicht werden. In mehreren deutschen Städten wurde am Wochenende gegen Rechtsextreme demonstriert – etwa in Merseburg. In der sachsen-anhaltischen Stadt waren mehrfach Afrikaner angegriffen, beleidigt oder bedrängt worden. In der Unterführung des Merseburger Bahnhofs wurde am 20. Februar ein Asylbewerber aus Somalia zu Boden gestoßen und getreten. Vergangenen Montag wurde einem 41-jährigen Algerier in einem Fußgängertunnel am Bahnhof ins Gesicht geschlagen, in einem dritten Fall ein Afrikaner von einer mutmaßlich rechten Gruppe bedrängt und fremdenfeindlich beleidigt.

Auch nach der Demonstration gab es in Merseburg erneut eine verbale Attacke auf einen Afrikaner. Nach Angaben der Polizei wurde wieder am Bahnhof ein Mann aus Burkina Faso fremdenfeindlich beschimpft. Der Täter ist unbekannt.