Anschlag

China: Viele Tote bei Massaker in Bahnhof

Behörden sprechen von terroristischem Überfall. Mehr als 100 Verletzte

Bei einem Blutbad im Bahnhof der chinesischen Millionenstadt Kunming haben mutmaßliche Terroristen mindestens 28 Menschen mit Messern getötet und 113 weitere verletzt. Die Tat am Sonnabendabend sei „ein organisierter, vorsätzlicher und brutal ausgeführter terroristischer Überfall“ gewesen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua chinesische Behördenvertreter.

Unbekannte Männer mit Messern hätten den Bahnhof von Kunming angegriffen, wurde die örtliche Polizei in dem Bericht zitiert. Die Polizei fasste laut Agenturbericht mehrere Verdächtige, mehr als 60 Opfer wurden im Laufe des Abends auf die Krankenhäuser der Umgebung verteilt. Die genauen Motive der Täter blieben zunächst unklar.

Der Vorfall ereignete sich gegen 21 Uhr Ortszeit. Yang Haifei, ein Einwohner Kunmings, schilderte Xinhua, wie er die Attacke erlebte. Er habe gerade eine Fahrkarte gekauft, als eine Gruppe von zumeist schwarz gekleideten Leuten aufgetaucht sei. Die Unbekannten hätten begonnen, die Leute im Bahnhof anzugreifen. „Ich sah einen Menschen mit einem langen Messer auf mich zukommen. Ich rannte mit anderen davon.“ Wer nicht schnell genug gewesen sei, sei schwer verletzt worden. Diese Opfer seien dann zu Boden gegangen, sagte der Augenzeuge. Er selbst sei an Brust und Rücken getroffen worden.

Das staatliche Medium Yunnan News berichtete, die Männer hätten Uniformen getragen, als sie den Bahnhof gestürmt hätten. Ins Internet gestellte Fotos zeigten verstreutes Gepäck und am Boden liegende Körper in Blutlachen. Der TV-Sender K6 meldete, die Polizei habe mehrere Angreifer angeschossen, fünf seien dabei zu Tode gekommen. Das Motiv der mutmaßlichen Täter war zunächst nicht bekannt, auch die Anzahl und Identität der Angreifer ist unklar. Ein Arzt eines Krankenhauses sagte, die Zahl der Opfer stehe noch nicht abschließend fest. Die Polizei sperrte Zufahrtsstraßen zum Tatort ab. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit sprach von „schweren Gewaltverbrechen“. Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen, teilte die Behörde mit.