Kirche

Bischof Tebartz-van Elst baute noch teurer

Diözesan-Zentrum in Limburg kostete wohl 40 Millionen Euro. Umstrittene Finanzierung

Nein, Franz-Peter Tebartz-van Elst möchte zu den aktuell im Umlauf befindlichen Vorwürfen keine Stellung nehmen. Gesprächsanfragen lehnt der Bischof von Limburg seit Wochen ab, und auch Fragen zur Richtigkeit von Behauptungen lässt er unbeantwortet. Zumindest für diese Passivität hat er bei seinem jüngsten Besuch in Rom Lob eingeheimst. Den honorigen Herren im Vatikan gefällt es, dass Tebartz-van Elst auf Verbalattacken seiner Gegner und die Veröffentlichung von Rechercheergebnissen der Medien nicht reagiert. Daran soll sich auch nichts ändern, zumindest so lange Papst Franziskus nicht geurteilt hat.

Dabei wäre es extrem interessant, zu erfahren, was der Bischof zu den Anschuldigungen der vergangenen Tage zu sagen hat. Am Montag etwa berichtete die „Süddeutsche Zeitung“, Tebartz-van Elst habe Stiftungsgeld zweckentfremdet, um den Neubau des Diözesanen Zentrum auf dem Limburger Domberg zu finanzieren. Dabei soll es sich um das St. Georgswerk handeln, dessen Erträge für arme Familien verwendet werden sollten. Die Stiftung wurde 2011 aufgelöst. Der Bischof soll während des Baus versucht haben, sicherzustellen, dass außer einem Kreis von Eingeweihten niemand erfährt, wie teuer das Bauprojekt wirklich ist. Weiter heißt es, immer wieder habe Geld zur Zwischenfinanzierung beschafft werden müssen, zudem seien Mitarbeiter unter Druck gesetzt worden, nichts zu verraten.

Treibende Kraft war nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ Generalvikar Franz Kaspar. Allerdings trügen die entsprechenden Dokumente die Unterschrift des Bischofs. Der Vatikan hatte Kaspar Ende 2013 aus seinem Amt entlassen, er tauchte danach ab. Bei Mitgliedern der Prüfungskommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, die den Fall Limburg untersucht, soll Kaspar Tebartz-van Elst belastet haben. Umgekehrt, so heißt es, machte der Bischof seinen Generalvikar für Fehler im Zusammenhang mit dem Bau verantwortlich. Als sicher gilt , dass die Gesamtkosten für das Projekt die bislang offiziell bestätigten 31 Millionen Euro noch übersteigen und womöglich 40 Millionen Euro betragen.

Unklar ist, welche Rolle der Bau einer weiteren Immobilie in unmittelbarer Nähe des Diözesanen Zentrums spielt. Ursprünglich sollte links von der Straße, die auf den Domberg führt, ein Empfangsraum für Besucher des Limburger Doms entstehen. Innerhalb des Diözesanen Zentrums, das die Wohnräume und Privatkapelle des Bischofs beinhaltet, war dafür offenbar kein Platz. Tebartz-van Elst selbst stoppte sämtliche Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Neubau, als die Kostenexplosion beim Bau seiner Residenz bekannt wurde.

Der Prüfbericht der fünfköpfigen Untersuchungskommission soll Ende der Woche dem Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, übergeben werden, der wiederum den Papst informiert.