Verkehrschaos

Chris Christie wegen Bridge-Gate schwer unter Druck

Der Stau-Skandal um den populären US-Politiker Chris Christie hat durch die Aussageverweigerung einer ehemaligen engen Mitarbeiterin an Brisanz gewonnen.

Unmittelbar vor Ablauf ihrer Frist, sich zu dem Skandal zu äußern, berief sie sich auf ihr Recht zu schweigen und auch keine Unterlagen vorzulegen, wie die „New York Times“ berichtet. Die Vertraute des Gouverneurs von New Jersey hatte im September 2013 ein tagelanges schweres Verkehrschaos auf einer Brücke nach Manhattan offensichtlich als Racheakt per E-Mail angeordnet (Bridge-Gate). Christie, ein Republikaner, feuerte die Frau, als ihre E-Mail im Januar bekannt wurde.

Der Politiker selbst beteuerte in einem Interview des Senders NJ101.5 erneut, nichts von dem Racheplan gewusst zu haben. Er erklärte, dass erst Medienberichte nach der Wiederöffnung der gesperrten Fahrspuren an der Brücke seinen Argwohn erregt hätten. Darin sei angedeutet worden, dass der Direktor der Hafenbehörden von New York und New Jersey die Sperrung nicht genehmigt habe. Daraufhin trug Christie nach eigener Aussage seinen Mitarbeitern auf, die Angelegenheit zu untersuchen. Dagegen hatte ein anderer Vertrauter des Gouverneurs der „New York Times“ mitteilen lassen, er könne beweisen, dass Christie über den Plan informiert war.

Aus mehreren E-Mails geht hervor, dass die Verkehrsbehinderungen den Bürgermeister des Ortes Fort Lee auf der New-Jersey-Seite der Brücke strafen sollten, weil er Christie mangelhaft unterstützt hatte. Christie galt bisher als aussichtsreichster Kandidat der Republikaner für die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama. Er ist seit 2010 Gouverneur von New Jersey und wurde vergangenen November wiedergewählt. Mit seinem beherzten Einsatz nach dem Hurrikan „Sandy“ im Jahr 2012 hat der heute 51-Jährige über Parteigrenzen hinweg Anerkennung geerntet.