Bildung

Noch nie gab der Staat so viel Geld für das BAföG aus

Die Ausgaben von Bund und Ländern für BAföG haben einen Rekordwert erreicht.

2012 investierten sie 3,34 Milliarden Euro in die Ausbildungsförderung von Schülern und Studenten. 2010 waren es noch 2,84Milliarden Euro gewesen. Das geht aus dem BAföG-Bericht der Bundesregierung hervor. Auch die Zahl der Berechtigten ist mit 1.572.000 Studenten so hoch wie nie zuvor in den vergangenen 30 Jahren. Die Bezüge sind leicht gestiegen: Durchschnittlich erhält ein Student heute 448 Euro, 2010 waren es noch 436 Euro. Bei den Schülern stieg die durchschnittliche Förderung von 357Euro auf 401 Euro.

Bildungsministerin Johanna Wanka bekräftigte ihr Ziel einer BAföG-Reform. Eine Weiterentwicklung müsse kommen, erklärte die CDU-Politikerin am Mittwoch. Dafür würden unmittelbar die notwendigen Gespräche aufgenommen. CDU-Generalsekretär Peter Tauber erklärte, die Union unterstütze Wankas Pläne, in diesem Jahr Vorschläge vorzulegen. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil drängte Wanka und Finanzminister Wolfgang Schäuble(CDU) zu raschen Verbesserungen. Sie seien jetzt in der Pflicht, „dass eine substanzielle BAföG-Reform nicht nur angekündigt, sondern auch umgesetzt und soziale und bildungspolitische Realität wird“.

Mit der Reform sollen die Bedarfssätze und die Freibeträge erhöht werden. Außerdem soll es „inhaltlich-strukturelle Weiterentwicklungen“ geben, „um das BAföG noch besser den neuen Entwicklungen und der heutigen Lebensrealität der Studierenden anzupassen“. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordern eine schnelle Reform. Die Förderung drohe auszutrocknen, wenn die Bedarfssätze und Freibeträge nicht schnell um jeweils mindestens zehn Prozent erhöht würden, so der DGB. Seit genau vier Jahren hätten die Studierenden trotz steigender Preise vier Nullrunden hinnehmen müssen.