Österreich

Zum Abschied ein Servus: Stronach zieht sich aus Politik zurück

Der Milliardär und Parteigründer Frank Stronach zieht sich aus der österreichischen Politik zurück.

Das kündigte der 81-jährige Austro-Kanadier gestern in Wien an. Er werde sein Mandat im Nationalrat niederlegen, aber nominell zunächst Parteichef bleiben. Sein europakritisches Team Stronach hatte er im September 2012 gegründet. Bei den Nationalratswahlen im September 2013 war die Partei mit 5,7 Prozent aber unter den eigenen Erwartungen geblieben.

Frank Stronachs Botschaften waren: ein einfaches Steuersystem, mehr einfache Bürger im Parlament, Begrenzung der Amtszeit auf zwei Legislaturperioden, ein ausgeglichener Etat und viel Kritik an der EU. In Erinnerung wird Stronach als der Mann bleiben, der die Todesstrafe für Berufskiller forderte und ein „paar surreale YouTube-Clips“ lieferte, wie der Kommentator der Wiener Zeitung „Kurier“ schrieb. Dafür verantwortlich sei Stronach selbst, sagt Parteienforscher Peter Filzmaier. „Er hat sich geweigert, sich mit grundlegenden Elementen des politischen Systems auseinanderzusetzen.“ Unbedarftheit und Ignoranz habe Stronach bewiesen, als er in einem Radiointerview nicht wusste, was Österreich am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober feiert. Richtige Antwort: Die Neutralität des Landes. Zweifelhafte Ehre erlangte Stronach auch durch die Wahl zum Wort des Jahres 2013: „Frankschämen“. Besonders bitter: Die Zeit war eigentlich reif für einen Newcomer, sagt Filzmaier. „Es bestand eine große Sehnsucht nach neuen Parteien und neuen Gesichtern.“ Seit Monaten kämpft das Team Stronach ums politische Überleben. Jüngste Umfragen sahen es nur noch bei einem Prozent. Vom Niedergang des Teams Stronach profitiert Parteienforscher zufolge die rechte FPÖ mit derzeit sehr guten Umfragewerten. In seine politische Vision steckte der Selfmade-Milliardär nach eigenen Worten 32 Millionen Euro.