Reise

Letzte Mission einer First Lady

Valérie Trierweiler besucht Indien trotz Trennung von François Hollande

Auf ihrer letzten offiziellen Mission als französische First Lady hat Valérie Trierweiler am Montag ein Kinderkrankenhaus in der indischen Stadt Mumbai besucht. Sie umarmte und küsste die kleinen Patienten und unterhielt sich mit deren Müttern über Ernährung. „Ich halte es nicht aus, dass diese Kinder weniger Chancen haben als andere“, sagte die 48-jährige Journalistin und Mutter von drei Kindern. „Wir sollten allen die gleichen Chancen geben.“

Trierweiler war bislang die Lebensgefährtin des französischen Präsidenten François Hollande, doch hatte dieser am Sonnabend die Trennung der beiden bekanntgegeben. Vorangegangen waren Klatschberichte über eine Affäre Hollandes mit der Schauspielerin Julie Gayet. Trierweiler war wegen eines Zusammenbruchs mehrere Tage im Krankenhaus behandelt worden.

Trierweilers Indien-Reise in Zusammenarbeit mit der Gruppe „Aktion gegen Hunger“ war lange geplant. Bei ihrer Ankunft in Mumbai nach einem Flug in der Business-Klasse lächelte sie, sah aber müde aus. Im Flugzeug war sie von den mitreisenden Journalisten weitgehend abgeschirmt worden. Über die Beziehung zu Hollande wollte sie nicht öffentlich sprechen. Wegen ihres Gesundheitszustands hatte Trierweiler das Programm etwas reduziert. Sie strich einen Besuch in einem Armenviertel von Mumbai. Bei einem Gala-Diner am Montagabend sollte es aber bleiben.

Nach dem Besuch im Krankenhaus postete Trierweiler ein Foto von einer Mutter und ihrem Kind auf Twitter und schrieb dazu: „Mit Action Against Hunger in Indien, um gegen Mangelernährung zu kämpfen. Alle 30 Sekunden stirbt ein Kind an Hunger.“ Daneben veröffentlichte sie eine Nachricht, in der sie den Beschäftigten des Präsidentenpalasts in Paris für ihre „Hingabe“ dankt. Ihr Stabschef Patrice Biancone hatte am Sonntag gesagt, das Büro der First Lady werde offiziell am Mittwoch aufgelöst. „Die vergangenen Tage waren schwierig, aber heute ist sie heiter.“

Ihr ehemaliger Lebensgefährte François Hollande sah sich am Sonntag heftigen Protesten ausgesetzt. Bei schweren Ausschreitungen am Rande einer Demonstration wurden mehr als 250 Teilnehmer in Gewahrsam genommen. Gegen Ende des Protestmarschs rechter Gruppen hatten am Sonntagabend mehrere hundert Demonstranten die Sicherheitskräfte mit Flaschen, Steinen und Eisenstangen attackiert. Diese setzten daraufhin Tränengas ein.

Den festgenommenen Demonstranten wird „Teilnahme an einer bewaffneten Versammlung“, Angriffe auf die Polizei und Sachbeschädigung vorgeworfen. Bei den Ausschreitungen wurden zudem 19 Polizisten verletzt. Die Initiatoren des „Tag des Zorns“ sprachen von 160.000 Teilnehmern. Die Polizei gab die Zahl der Demonstranten mit 17.000 an. Die Demonstranten forderten den Rücktritt des sozialistischen Staatschefs, dem sie vorwarfen, das Land „in den Abgrund“ zu treiben.