Bundeswehr

Steinmeier bremst von der Leyen bei Mali-Einsatz

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich zurückhaltend zum Vorstoß von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für ein größeres militärisches Engagement Deutschlands in Krisengebieten geäußert.

Der SPD-Politiker verwies in den „Ruhr Nachrichten“ darauf, dass auch über ein weiteres Engagement in Mali oder Zentralafrika erst noch entschieden werden müsse.

Von der Leyen hatte am Wochenende die Auffassung vertreten, dass Deutschland sein militärisches Engagement in Krisengebieten ausweiten müsse. Dabei sollten Bundeswehr-Einsätze und humanitäre Hilfe besser abgestimmt werden. „Wir können nicht zur Seite schauen, wenn Mord und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind, schon allein aus humanitären Gründen“, sagte die CDU-Politikerin dem „Spiegel“.

Im westafrikanischen Krisenstaat Mali ist die Bundeswehr bereits mit 100 Soldaten bei einer Ausbildungsmission präsent. Derzeit wird über eine Aufstockung beraten. Das Mandat für den Einsatz läuft Ende Februar aus. Darüber hinaus gibt es Bitten vom EU-Partner Frankreich, sich auch am Einsatz in Zentralafrika zu beteiligen.

Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz sagte, zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie der Verteidigungsministerin und dem Außenminister gebe es dazu eine „enge Abstimmung“. Derzeit werde geprüft, „wo man nachjustieren muss“. Über eine Ausweitung des Mali-Einsatzes müsste der Bundestag in einer seiner nächsten Sitzungen entscheiden. Für einen Einsatz in Zentralafrika wäre ein ganz neues Mandat erforderlich.

Kritik kam von der Linkspartei. „Wenn Frau von der Leyen jetzt Soldaten nach Mali schicken will, beweist es, dass sie in der Außenpolitik vorwiegend militärisch denkt. Wenn Kinder verhungern, hat noch niemand von den westlichen Regierungen gerufen, dass man sofort helfen müsse“, sagte Linke-Fraktionschef Gregor Gysi. „Nur wenn geschossen wird, soll unsere Armee sofort da sein und mitschießen.“