Religion

Türkische Gemeinde fordert deutschen Muslimfeiertag

Die Türkische Gemeinde in Deutschland wünscht sich die Einführung eines gesetzlichen muslimischen Feiertags.

„Das wäre ein wichtiges Signal an die muslimische Bevölkerung“, sagte der Bundesvorsitzende Kenan Kolat am Sonnabend in Berlin. Als Beispiel nannte er das Opferfest, eines der wichtigsten islamischen Feste. Über solche gesellschaftlichen Themen solle eine künftige Islamkonferenz beraten, ergänzte Kolat mit Blick auf die Neuausrichtung der Runde.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will am Montag mit Vertretern muslimischer Verbände über die Zukunft der Deutschen Islamkonferenz (DIK) beraten. Wolfgang Schäuble (CDU), damals Innenminister, hatte die Deutsche Islamkonferenz 2006 ins Leben gerufen, um den Austausch zwischen Staat und Muslimen zu verbessern. Kritiker bemängelten jedoch, die Runde habe nach Fortschritten in der Anfangsphase auf der Stelle getreten. Hinzu kam der Vorwurf, Sicherheitsthemen seien zu sehr in den Vordergrund gerückt.

Bei der jüngsten Konferenz 2013 mit de Maizières Amtsvorgänger Hans-Peter Friedrich (CSU) hatten sich muslimische Verbände darüber verärgert gezeigt und beklagt, im bisherigen Format habe die Runde keinen Sinn mehr. De Maizière hat nun angekündigt, die Islamkonferenz nicht in alter Form fortzuführen, sondern mit den muslimischen Verbänden über die Zukunft der Runde und mögliche Themen reden. Geplant ist dazu am Montag ein Treffen mit sieben Organisationen – darunter die Türkische Gemeinde, der türkisch-islamische Dachverband Ditib, die Alevitische Gemeinde Deutschland und der Verband der Islamischen Kulturzentren. Kolat begrüßte den Schritt: „Dass der Minister den Dialog sucht, ist wichtig.“ Mit Friedrich habe es keinen offenen Dialog gegeben. Der CSU-Politiker habe vieles ausschließlich unter Sicherheitsgesichtspunkten bereden wollen.