Sicherheit

De Maizière warnt vor radikalisierten Syrien-Rückkehrern

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat angesichts der hohen Zahl von Europäern, die in den syrischen Bürgerkrieg ziehen, eine enge Zusammenarbeit der Europäischen Union gefordert.

„Wir stellen fest, dass aus vielen europäischen Staaten, auch Deutschland, junge Menschen es für richtig halten, nach Syrien zu reisen und sich dort am Bürgerkrieg zu beteiligen“, sagte de Maizière vor Beratungen der EU-Innenminister über das Thema in Athen. „Das beschäftigt uns, dafür brauchen wir internationalen Austausch etwa über die Reisewege.“

De Maizière zufolge sind allein aus Deutschland 2013 rund 270 Menschen nach Syrien aufgebrochen, um sich am Bürgerkrieg zu beteiligen. Für die gesamte Europäische Union liegen die Zahlen Schätzungen zufolge bei insgesamt mehr als 2000. „Wir wollen nicht, dass sich Menschen aus Deutschland an dem Bürgerkrieg beteiligen“, sagte de Maizière. „Wir wollen vor allem nicht, dass sie zurückkommen und dann hier kampferprobt Anschläge begehen.“

In der EU gibt es die Befürchtung, dass junge Menschen aus Europa nach Syrien reisen, dort trainiert werden und radikalisiert in die EU zurückkehren. Die EU-Staaten stehen zudem vor dem Problem, dass sie Menschen mit Pässen aus den Mitgliedsstaaten nur schwer die Ein- und Ausreise verwehren können. „Wir versuchen, solche Ausreisen zu verhindern“, sagte de Maizière. Dies sei „natürlich nicht leicht“, wenn sich „jemand ins Auto setzt“, anstatt etwa ein Flugzeug zu nehmen – wobei er dann am Flughafen registriert würde. Um Informationen über solche europäischen Dschihadisten zu sammeln, seien auch eine enge Zusammenarbeit der Geheimdienste und Rechtshilfeabkommen nötig, sagte der Bundesinnenminister. „Wir müssen die Dimension eingrenzen, wir müssen die Motive erfahren“, forderte de Maizière. Die Zahl in das Kriegsgebiet reisender Europäer sei „beachtlich“ und höher als etwa die Zahl der Menschen, die in Terrorcamps nach Pakistan oder Afghanistan gehen.