Konflikt

Demonstranten in Kiew greifen Vitali Klitschko an

Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen in Kiew ist der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch offenbar zu einem Dialog mit den Regierungsgegnern bereit.

Oppositionsführer Vitali Klitschko erklärte am Sonntagabend, Janukowitsch habe der Bildung einer Kommission zur Lösung der Krise zugestimmt.

Zuvor hatten sich nach der Verschärfung des Demonstrationsrechts gewaltbereite Demonstranten und die Polizei stundenlange Straßenschlachten geliefert. Zunächst waren Zehntausende zu einer friedlichen Kundgebung zusammengekommen, doch später eskalierte die Gewalt: Tausende Regierungsgegner versuchten, die Absperrungen in Richtung Parlament zu durchbrechen. Dutzende Demonstranten und Polizisten wurden verletzt. Aus Reihen der Demonstranten wurden auch Blendgranaten eingesetzt. Ein Polizeibus ging in Flammen auf, einige Aktivisten versuchten, Pflastersteine aus den Gehwegen zu brechen. Die Polizei reagierte mit großer Härte: Trotz Temperaturen von minus acht Grad wurden Wasserwerfer eingesetzt. Auch Oppositionspolitiker und Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko wurde angegriffen, als er versuchte, die wütende Menge zu beruhigen. Demnach wurde Klitschko mit einem Feuerlöscher besprüht. Klitschko rief die zumeist jungen Demonstranten zur Ruhe und zu Verhandlungen mit der Polizei auf.