Meldungen

PolitikNews II

Afghanistan: Unklarheit über deutsche Opfer bei Taliban-Anschlag ++ Ukraine: EU sieht „autoritäre Vergangenheit“ heraufziehen ++ Zentralafrika: UN warnt vor einem möglichen Genozid ++ Thailand: 36 verletzte Demonstranten nach Explosion in Bangkok

Unklarheit über deutsche Opfer bei Taliban-Anschlag

Bei einem Anschlag der Taliban auf ein Restaurant in einem Kabuler Diplomatenviertel sind am Freitag 17 Menschen getötet worden. Unter den Opfern waren nach Angaben der Polizei Ausländer, die in dem streng bewachten Restaurant speisten. Ein Selbstmordattentäter habe vor dem Lokal ein Sprengstoffweste gezündet, zwei weitere Angreifer wurden von Wachleuten erschossen. Die Taliban bekannten sich innerhalb einer Stunde zu dem Anschlag, der sich gegen „ausländische Invasoren“ gerichtet habe. Ein Taliban-Sprecher sagte, Ziel seien auch „ranghohe deutsche Beamte“ gewesen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Abend jedoch, Meldungen über betroffene Deutsche könnten vorerst nicht bestätigt werden.

EU sieht „autoritäre Vergangenheit“ heraufziehen

Die Beschneidung des Demonstrationsrechts in der Ukraine hat Warnungen vor einer „Diktatur“ hervorgerufen. Das Parlament hatte am Donnerstag ein Gesetz beschlossen, das Strafen für die Errichtung von Zelten und Bühnen auf öffentlichen Plätzen vorsieht. Einen Tag zuvor hatte ein Gericht Massenkundgebungen verboten. Die Bundesregierung kritisierte das Vorhaben von Präsident Viktor Janukowitsch am Freitag als „Abkehr von europäischen Werten“, das EU-Parlament sieht sich an die „autoritäre Sowjet-Vergangenheit“ erinnert. Oppositionsführer Vitali Klitschko schrieb in der „Bild“-Zeitung, er fühle sich in der ukrainischen Hauptstadt Kiew „an Nordkorea und seine Diktatur erinnert“.

UN warnt vor einem möglichen Genozid

Das Blutvergießen zwischen Christen und Muslimen in der Zentralafrikanischen Republik könnte in einen Völkermord münden. Falls die Weltgemeinschaft die Gewalt nicht stoppe, stehe „extrem viel auf dem Spiel“, sagte der Direktor für humanitäre Hilfe bei den Vereinten Nationen, John Ging, in Genf. Der Konflikt habe alle Elemente, die schon an Orten wie Ruanda oder Bosnien beobachtet worden seien, sagte Ging. So sei das Misstrauen zwischen Christen und Muslimen nach den jüngsten Ereignissen in Zentralafrika „spürbar“. Allerdings verhielten sich die Menschen dort ziviler, als es den Anschein haben mag. Ging rief zudem zu dringend benötigter humanitärer Hilfe für die Krisenregion auf.

36 verletzte Demonstranten nach Explosion in Bangkok

Ein Sprengsatz hat in Bangkok am Freitag, dem fünften Tag der Massenproteste gegen die thailändische Regierung, mindestens 36 Menschen verletzt. Die Bombe wurde von bisher Unbekannten bei einem Protestmarsch in die Menge geworfen und explodierte. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden erlitten die Menschen leichte Verletzungen an den Beinen. Protestanführer Suthep Thaugsuban war nur 100 Meter entfernt, blieb aber unverletzt. Andernorts formierten sich Regierungsanhänger. Sie wollten gegen Demonstranten vorgehen, die einen Regierungsbau belagern, so die Zeitung „Nation“. Die deutsche Botschaft mahnt, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten.