Enthüllungen

François Hollandes geheime Liaison

Frankreichs Präsident beklagt nach einer Enthüllung Eingriff in seine Privatsphäre

Der Bericht eines Klatschmagazins über eine heimliche Liebesaffäre von Staatschef François Hollande hat in Frankreich für gewaltigen Wirbel gesorgt. Hollande drohte am Freitag in einer Stellungnahme rechtliche Schritte gegen das Magazin „Closer“ an, das in einer siebenseitigen Reportage über die angebliche Liebesbeziehung des Präsidenten zur Schauspielerin Julie Gayet berichtete. In seiner Stellungnahme, in der Hollande sich als Privatmann und nicht als Präsident äußerte, beklagte er „zutiefst“ die Verletzung seiner Privatsphäre. „Die Achtung des Privatlebens“ stehe ihm zu „wie jedem Bürger“. Er prüfe mit Blick auf die „Closer“-Veröffentlichung alle „Schritte, auch juristischer Art“. Den Inhalt des „Closer“-Berichts dementierte Hollande, der offiziell mit der Journalistin Valérie Trierweiler liiert ist, aber nicht.

Das Magazin „Closer“, das bereits im September 2012 mit der Veröffentlichung von Oben-ohne-Fotos von Prinz Williams Ehefrau Kate für Aufsehen gesorgt hatte, veröffentlichte am Freitag eine Titelgeschichte mit der Überschrift „François Hollande und Julie Gayet – Die geheime Liebe des Präsidenten“. Das Blatt berichtet, Hollande verbringe seit Juni 2013 immer wieder gemeinsam mit der 41-Jährigen die Nächte in einer Wohnung, die auf den Namen von Freunden der Schauspielerin laufe und nur wenige Minuten vom Elysée-Palast entfernt sei.

Hollande lasse sich abends mit einem Motorroller zu der Wohnung im eleganten achten Pariser Bezirk fahren und am nächsten Morgen wieder abholen, schreibt „Closer“. Ein Personenschützer prüfe zuvor den Hauseingang, an einem Morgen habe er sogar Croissants mitgebracht. Hollande werde morgens mit dem Motorroller zu einer Tiefgarage gefahren, steige dort in ein Auto der Präsidentschaft um und werde damit „diskret“ im Elysée-Palast abgesetzt.

„Closer“ wirft auch die Frage auf, ob der Präsident während seiner nächtlichen Ausflüge ausreichend geschützt ist. Das Magazin druckt zahlreiche Bilder ab, auf denen unter anderem Gayet und der Personenschützer am Hauseingang zu erkennen sind. Hollande trägt auf den Bildern stets einen Motorradhelm und ist nicht zu erkennen.

Zahlreiche Politiker von Hollandes sozialistischer Partei, aber auch die Chefin der rechtsextremen Front National (FN), Marine Le Pen, stellten sich am Freitag hinter den Staatschef. Regierungschef Jean-Marc Ayrault erklärte, Hollande habe „absolut recht“, auf die Achtung seines Privatlebens zu pochen.

Hollande ist seit Jahren mit der Journalistin Valérie Trierweiler liiert. Beide sind zwar nicht verheiratet, Trierweiler tritt aber als Frankreichs „Première Dame“ auf. Aus einer früheren Beziehung mit der sozialistischen Politikerin Ségolène Royal hat der 59-jährige Hollande vier Kinder. Bereits im März 2013 hatte es Gerüchte über eine Beziehung zwischen Hollande und Gayet gegeben. Damals erstattete die Schauspielerin, Mutter zweier Kinder, Anzeige gegen unbekannt wegen „Verletzung der Privatsphäre“. Gayet hatte 2012 in einem Werbespot für Hollandes Wahlkampagne mitgewirkt.