Mut

Pakistanischer Schüler stoppt Attentäter

15-Jähriger soll nach Verhinderung von Anschlag eine staatliche Auszeichnung erhalten

Ein kleiner Trost mag jedoch die Gewissheit sein, dass der Sohn oder die Tochter nicht umsonst gestorben ist.

Am 6. Januar sah der 15-jährigen Aitizaz Hassan, wie sich ein Unbekannter in Schuluniform dem Eingangstor näherte. Der Teenager bemerkte, dass aus dem Mantel des Mannes Kabel ragten. Offensichtlich trug der Mann eine Bombenweste. Aitizaz stellte sich dem Attentäter in den Weg und konnte ihn vor der Schule stoppen. Die Bombe mit sechs Kilo Sprengstoff zündete trotzdem. Der Attentäter starb sofort, Aitizaz erlag wenig später in der Klinik seinen Verletzungen. Niemand sonst kam zu Schaden.

Die Schule ist die einzige in der Region Ibrahimzai. Lehrer und Schüler stehen immer noch unter Schock. Die Terrorgruppe Lashkar-e-Jhangvi bekannte sich noch am selben Tag zu dem Anschlag. Der Teenager habe „sein Leben geopfert und den Attentäter tapfer und mutig gestoppt“, schrieb der Polizeichef der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa, Nasir Khan Durrani, am Donnerstag an die Provinzregierung. Hassan habe die Schüler „mit außerordentlichem Heldenmut“ gerettet, erklärte Durrani. Jetzt soll der Junge postum eine staatliche Auszeichnung erhalten.

„Mein Sohn hat zwar seine Mutter zum Weinen gebracht, aber er hat Hunderte anderer Mütter davor bewahrt, um ihre Kinder zu weinen“, sagte Aitizaz’ Vater Mujahid Ali Bangash, der sein Geld als Gastarbeiter in den Vereinigten Arabischen Emiraten verdient, in einem Interview.