Geburtstaglied

Ex-Basketballer Rodman gratuliert Diktator Kim zum Geburtstag

US-Amerikaner verklärt Nordkorea als „Land der Liebe“

Ex-US-Basketballstar Dennis Rodman hat für den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un vor einem Show-Spiel ehemaliger NBA-Stars in Pjöngjang „Happy Birthday“ gesungen. Die rund 14.000 Zuschauer im ausverkauften Haus klatschten am Mittwoch laut, als Rodman eine Strophe des Geburtstaglieds vortrug.

Er widmete das Spiel seinem „besten Freund“ Kim, der mit seiner Frau und hochrangigen Offiziellen ins Stadion gekommen war. Dieser umarmte Rodman, ging mit ihm essen und nahm ihn auch zu seiner Familie mit und zeigte ihm sein neugeborenes Baby. Außer der Neuigkeit, dass Kims Frau Ri Sol-ju ein Mädchen geboren hatte und es auf den Namen Ju-ae hören soll, brachte Rodman nichts von seinen Reisen mit. Rodman sagte, das Spiel sei Teil seiner „Basketball-Diplomatie“ mit Nordkorea. Dafür war Rodman heftig in den USA kritisiert worden. Kims genaues Alter ist unbekannt. Es wird geschätzt, dass er Anfang 30 ist. Rodman, der seine Basketball-Karriere vor 13 Jahren beendet hat, ist der populärste Amerikaner, der sich mit Kim seit dem Amtsantritt 2011 trifft.

Mit Rodman waren unter anderem die ehemaligen Basketballstars Charles Smith, Kenny Anderson, Cliff Robinson und Vin Baker auf dem Spielfeld. Rodman sagte, er fühle sich geehrt, das Spiel in der nordkoreanischen Hauptstadt austragen zu dürfen. Die Veranstaltung sei historisch. In der ersten Hälfte spielten die Amerikaner gegen ein Team der Nordkoreaner, in der zweiten Hälfte wurden die Teams gemischt. Mitglieder von Rodmans Team hatten erklärt, das Spiel biete aus ihrer Sicht eine gute Gelegenheit, eine menschliche Verbindung zu den Bürgern des isolierten Landes herzustellen. Einige sagten, sie seien von den negativen Reaktionen betroffen.

Rodman wird insbesondere vorgeworfen, dass er nicht über die schlechte Menschenrechtssituation in Nordkorea spricht. Zudem kritisiert ihn das Weiße Haus dafür, dass er sich nicht für den US-Missionar Kenneth Bae einsetzt. Dieser ist in Nordkorea wegen „antistaatlicher Verbrechen“ eingesperrt. Es war nicht der erste Besuch Rodmans in dem autoritär geführten und weitgehend abgeschotteten Land. Erst kurz vor Weihnachten trainierte der mittlerweile 52-Jährige die nordkoreanische Nationalmannschaft. Im Februar vergangenen Jahres drehte er dort mit der Show-Truppe Harlem Globetrotters für einen US-Fernsehsender.

Kim bezeichnet er als „Freund fürs Leben“. Dass der nordkoreanische Führer kürzlich seinen eigenen Onkel hinrichten ließ, spiele für ihn keine Rolle, sagt Rodman. Nordkorea wollte, dass er ihre Olympische Mannschaft für 2016 trainiert. Er verstehe, was in Nordkorea alles politisch koche. Es gehe nicht um „Gewinnen oder Verlieren. Es geht nur darum, zwei Länder zu vereinen. „Was ich hier mache, tue ich für die Jugend , für das Land, für mein Land und eigentlich für die gesamte Welt. Leute, habt doch keine Angst. Das hier ist alles voller Liebe. Es ist alles Liebe.”