Widerstand

Irakischer Premier: Bewohner sollen Terroristen vertreiben

Nach der Eroberung der irakischen Stadt Falludscha durch Islamisten hat Regierungschef Nuri al-Maliki die Bewohner der Stadt zum Widerstand aufgerufen.

Im Staatsfernsehen forderte al-Maliki am Montag „die Bevölkerung und die Stämme von Falludscha“ auf, „die Terroristen zu vertreiben“. Bei Kämpfen um die Vorherrschaft in der westirakischen Provinz Anbar wurden in den vergangenen drei Tagen mehr als 200 Menschen getötet.

Mit ihrem Widerstand sollten die Bürger verhindern, dass ihre Stadtteile zum Schauplatz von Kämpfen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen würden, sagte al-Maliki. Die irakischen Sicherheitskräfte wies der Ministerpräsident zudem an, „keine Wohnbezirke“ in Falludscha anzugreifen. Kämpfer der mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbündeten Extremistengruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (ISIL) hatten Falludscha Ende der vergangenen Woche unter ihre Kontrolle gebracht.

Ein ranghoher Stammesführer sagte, die ISIL-Kämpfer hätten Falludscha verlassen. Die Stadt sei nun in den Händen sunnitischer „Stammessöhne“, sagte Scheich Ali al-Hammad. „Sie sind da, um die Stadt zu verteidigen.“ Zu Details äußerte er sich nicht. Ein Augenzeuge in Falludscha sagte hingegen, die Stadt sei noch immer unter der Kontrolle von ISIL-Kämpfern. Diese hätten aber ihre zuvor gehissten schwarzen Flaggen heruntergelassen, aus „Taktik, um nicht zu Zielen von Angriffen zu werden“. Die Regierung in Bagdad hatte am Sonntag einen Großangriff zur Rückeroberung der Stadt angekündigt. Dazu seien bereits Spezialkräfte vor der Stadt im Einsatz, weitere Truppen würden verlegt. Gerungen wird auch um die Vorherrschaft in der weiter westlich gelegenen Provinzhauptstadt Ramadi. Dort gab es der Polizei zufolge am Montag in mehreren Stadtvierteln Gefechte zwischen Sicherheitskräften und Aufständischen.