Militär

Bundeswehr fordert den Einsatz von Kampfdrohnen

Beschaffung und Einsatz von unbemannten Flugkörpern zu Beobachtungs- und Kampfzwecken werden für die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schon sehr bald zu einem Thema werden.

Der Bundeswehrverband und der Kommandeur der deutschen Afghanistan-Truppe haben sich jetzt für eine Anschaffung von Kampfdrohnen zum Schutz der eigenen Soldaten ausgesprochen. „Das ist eine Fähigkeit, die auch wir gebrauchen können“, sagte Verbandschef André Wüstner. „Wenn Soldatinnen und Soldaten in den Einsatz geschickt werden, dann muss ihnen auch das Optimum an Ausrüstung zur Verfügung gestellt werden.“

Ähnlich äußerte sich der Kommandeur der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, Generalmajor Jörg Vollmer: „Ich halte das unverändert für ein Mittel, das bestmöglich den Schutz unserer Soldaten gewährleistet“, sagte er der dpa. Kampfdrohnen könnten 24 Stunden ununterbrochen ein bestimmtes Gebiet beobachten und bei Gefahr wohlabgewogen Waffen einsetzen. Auch der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus forderte, die Schutzfunktion von unbemannten Kampfflugzeugen in der Debatte stärker zu berücksichtigen. „Es geht darum, bei einer Gefahr für die eigenen Soldaten oder Verbündete nicht nur zusehen zu müssen, sondern auch eingreifen zu können“, sagte er. „Wir dürfen die Soldaten nicht schutzlos lassen.“ Die ethischen Fragen dürften in der Debatte allerdings auch nicht zu kurz kommen, so Königshaus. „Alles, was die Bundeswehr bekommt und einsetzt, braucht letztlich die moralische Unterstützung auch der Bevölkerung.“

Von der Leyen hatte bei ihrer ersten Afghanistan-Reise versichert, alles für den Schutz der Soldaten tun zu wollen und keine Kosten zu scheuen. Zur Anschaffung von Kampfdrohnen hat sie sich aber bisher nicht geäußert. Die Bundeswehr verfügt derzeit nur über Aufklärungsdrohnen. Union und SPD haben die Anschaffung von Kampfdrohnen im Koalitionsvertrag nicht ausgeschlossen.