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Israel: Zustand von Ex-Premier Scharon verschlechtert ++ Kroatien: Ex-Geheimdienstchef festgenommen ++ Hongkong: Tausende gehen für mehr Demokratie auf die Straße ++ Irak: UN melden tödlichste Bilanz seit Jahren

Zustand von Ex-Premier Scharon verschlechtert

Der Zustand des seit acht Jahren im Koma liegenden früheren Ministerpräsidenten Ariel Scharon hat sich nach israelischen Medienberichten verschlechtert. In den Berichten war von Nierenversagen die Rede. Der 85-Jährige sei vor einem Monat einer Operation unterzogen worden. Danach habe sich sein Zustand nur vorübergehend stabilisiert. Im Fernsehsender Channel 10 hieß es am Abend, die Ärzte bangten um sein Leben. Scharon, Ministerpräsident von 2001 bis 2006, hatte im Januar vor acht Jahren einen schweren Schlaganfall erlitten und liegt seither im Koma. Er hatte 2005 den einseitigen Rückzug aus dem Gazastreifen durchgesetzt.

Ex-Geheimdienstchef festgenommen

Die kroatischen Behörden haben am Neujahrstag einen früheren Geheimdienstmitarbeiter festgenommen, dessen Auslieferung von Deutschland gefordert wird. Josip Perković habe sich der Festnahme widersetzt, teilte sein Anwalt Anto Nobilo am Mittwoch mit. Über die Auslieferung nach Deutschland müsse nun binnen acht Tagen ein Gericht entscheiden. die Bundesrepublik fordert die Auslieferung Perkovićs wegen des Mordes an einem Kroaten in Bayern im Jahr 1983. Perković hatte für den jugoslawischen Geheimdienst gearbeitet und war später Chef des kroatischen Geheimdiensts.

Tausende gehen für mehr Demokratie auf die Straße

In Hongkong haben zum Neujahrstag Tausende Menschen für mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungszone demonstriert. Nach Angaben der Polizei nahmen gut 11.000 Menschen an einem Marsch teil, die Organisatoren sprachen von 30.000 Protestierenden. „Demokratie wird siegen“, stand auf einigen Spruchbändern. Viele Demonstranten riefen Parolen gegen den Peking-treuen Hongkonger Regierungschef Leung Chun-ying. Der Regierungschef der Sonderverwaltungszone wird nicht von den Bürgern, sondern durch ein Wahlgremium aus 1200 Mitgliedern bestimmt, das von Peking-treuen Vertretern dominiert wird.

UN melden tödlichste Bilanz seit Jahren

Die Vereinten Nationen haben im vergangenen Jahr die meisten Opfer von Gewalt seit Jahren im Irak gezählt. 2013 seien 7818 Zivilisten bei Angriffen und Anschlägen getötet worden. Die Summe der monatlichen UN-Angaben über getötete Zivilisten und Angehörige der Sicherheitskräfte ergibt sogar 8868. Allein im Dezember wurden 759 Menschen – 661 Zivilisten und 98 Mitglieder von Sicherheitskräften – getötet. Die Gewalt im Irak nahm im April nach dem harten Vorgehen der schiitisch dominierten Regierung gegen ein sunnitisches Protestlager zu. Sie eskalierte weiter durch den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien.