Unglück

Palästinensischer Botschafter in Prag stirbt durch Explosion

Der palästinensische Botschafter in Prag ist am Neujahrstag durch eine Explosion in seiner Residenz getötet worden.

Dschamal al-Dschamal sei bei der Detonation am Mittwochvormittag schwer verletzt worden und später im Krankenhaus gestorben, wo ihn die Ärzte in ein künstliches Koma versetzt hatten, teilte die tschechische Polizei mit. Laut palästinensischem Außenministerium erfolgte die Explosion, als der Diplomat einen „alten Safe“ öffnete, die Polizei schließt unsachgemäßen Umgang mit dem Sicherungssystem des Tresors nicht aus.

Der Safe sei von einem früheren Botschaftsgebäude in die gerade neu bezogene Residenz gebracht worden, teilte das Ministerium mit. „Minuten nach der Öffnung des Safes ereignete sich die Explosion.“ Polizeisprecherin Andrea Zoulova sagte der Nachrichtenagentur AFP, nichts deute auf einen Terroranschlag oder einen gezielten Tötungsversuch hin. Die Explosion sei vermutlich durch ein Antidiebstahlsystem an der Tresortür verursacht worden.

„Wir können einen unsachgemäßem Umgang mit dem Gerät nicht ausschließen“, sagte Zoulova. Der Safe soll nach Angaben des palästinensischen Außenministers mindestens 30 Jahre lang versiegelt gewesen sein. Die Nachrichtenwebsite www.novinky.cz berichtete, die Polizei habe in der Residenz „eine beachtliche Menge von Waffen und Sprengstoff“ gefunden. Polizeisprecherin Zoulova wollte den Bericht zunächst nicht bestätigen. Neben der Botschafterresidenz werde auch ein angrenzendes Gebäude durchsucht, das ebenfalls der palästinensischen Vertretung gehöre, sagte sie.

Wie ein Botschaftssprecher einem Radiosender sagte, befand sich die gesamte Familie al-Dschamals zur Zeit der Explosion in der Residenz. Eine 52-jährige Frau sei vor Ort von den Rettungskräften versorgt worden, nachdem ihr von den Explosionsdämpfen übel geworden sei. Sie sei ins Krankenhaus gebracht worden und stehe unter Schock. Al-Dschamal hatte erst im Oktober sein Amt als Botschafter in Prag angetreten.

Ein Chirurg des Prager Militärkrankenhauses gab an, der Diplomat habe schwere „Kopf-, Bauch und Brustverletzungen“ erlitten. Das palästinensische Außenministerium kündigte die Entsendung einer ranghohen Delegation nach Prag an. Diese solle „mit den tschechischen Behörden bei der Untersuchung der Explosionsursache zusammenarbeiten“.