Asylpolitik

Berliner Erzbischof Woelki setzt sich für Flüchtlinge ein

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki setzt sich dafür ein, das Thema Flüchtlinge nicht allein den Einreiseländern Italien oder Griechenland zu überlassen.

Lampedusa sei nicht mehr weit weg, sondern ganz nah, so habe das der Papst gesagt. „Und er hat recht!“, erklärte Woelki laut Predigttext zum Jahreswechsel. „Ich bin froh, dass Deutschland viele Flüchtlinge aus Kriegsgebieten aufnimmt und Menschen politisches Asyl gewährt.“

Die aktuelle Situation in Berlin und anderen Großstädten weise auf weitere Fragen hin. Viele der Flüchtlinge hätten ihre Heimatländer verlassen, weil sie dort für sich und ihre Familien keine Zukunftschancen mehr gesehen hätten – sei es durch Armut, Krieg oder auch wegen vielfältiger sozialer und ökologischer Missstände. „Die Kategorien Kriegs- oder Wirtschaftsflüchtling, die passen heute ganz einfach nicht mehr genau.“

Unterdessen sagte der neue Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU), dass er den afrikanischen Kontinent stärker unterstützen will. „Deutschland hat sich traditionell stark in Afrika engagiert, und wir werden dieses Engagement ausbauen“, sagte Müller. Ziel sei es, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, etwa wenn es um die Entwicklung ländlicher Regionen gehe. Es müssten keine Lebensmittel exportiert werden, sondern Know-how, sagte der CSU-Politiker.