USA

Drogen-Politik: Zwei US-Staaten geben Marihuana frei

Die Zeit der illegalen Deals in dunklen Gassen ist vorbei.

Zum ersten Mal in der Geschichte der USA erlauben zwei Bundesstaaten den Verkauf und Genuss von Marihuana zu nicht-medizinischen Zwecken. Vom 1. Januar an können Konsumenten, die älter als 21 Jahre alt sind, in Colorado und Washington ganz offiziell in einem Laden Marihuana kaufen. Die Läden wirken wie die Geschäfte von Juwelieren oder Wellnessstudios. Verschiedene Marihuana-Sorten sind in glänzend polierten Glasvitrinen ausgestellt. Gut informierte Verkäufer diskutieren mit Kunden die Eigenschaften der Gras-Varianten. Es klingt fast, als ob sich ein Weinliebhaber über seinen Lieblings-Cabernet unterhält.

Bislang war in 20 US-Bundesstaaten der Marihuana-Konsum zu medizinischen Zwecken gestattet. Doch die Regelungen in Colorado und Washington gehen viel weiter. Es wird erwartet, dass andere US-Bundesstaaten wie etwa Kalifornien ihrem Beispiel folgen könnten.

Eine Mehrheit der US-Bürger steht hinter der Legalisierung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup befürworteten dies 58 Prozent der Befragten. Im Jahr 1969 waren es noch zwölf Prozent. Derzeit werden in den USA jährlich etwa 750.000 Menschen wegen Straftaten rund um Marihuana festgenommen. Diese Zahl wird mit der Legalisierung vermutlich sinken.