Köpfe 2014

Köpfe 2014: Thomas Oppermann, SPD-Fraktionsvorsitzender

Wenn Thomas Oppermann in diesen Tagen ein „wetterfestes Selbstbewusstsein“ attestiert wird, dann ist das nicht immer nett gemeint.

Aber Selbstbewusstsein braucht der Mann jetzt wirklich. Schließlich muss er als neuer SPD-Fraktionschef zusammen mit Volker Kauder von der CDU dafür sorgen, dass die Vorhaben der großen Koalition auch eine parlamentarische Mehrheit haben. Das ist ein Kampfauftrag. Denn es gibt immer Abgeordnete, die versucht sind, den Oberen mit einem Nein in geheimer Abstimmung einen Denkzettel zu verpassen. Klar, der 59-Jährige wäre lieber ins Kabinett gegangen. Aber die Wahrheit ist, dass Oppermann jetzt mindestens so viel zu melden hat wie ein Minister. Und wenn er die Sache richtig anstellt, noch viel mehr. Sollte ihm am Ende gar das Kunststück gelingen, die Identität der Sozialdemokraten in dem ungeliebten Bündnis mit der Union zu schärfen, kommt in seiner Partei keiner mehr an ihm vorbei. Erst aber muss er aufpassen, dass der Koalitionsvertrag auch in Politik übersetzt wird. Dann wäre für die SPD schon viel gewonnen.