Konflikt

Heftige Kämpfe im Südsudan – Armee erobert Bor zurück

Der Konflikt im Südsudan ist über die Weihnachtsfeiertage weiter eskaliert.

Die regierungstreue Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) eroberte am Mittwoch die strategisch wichtige Stadt Bor zurück. Augenzeugen berichteten, dem Einmarsch seien heftige Kämpfe mit Rebellen vorausgegangen. Überall in der Stadt lägen Leichen. Unterdessen wächst der Druck auf beide Seiten, einer diplomatischen Lösung zuzustimmen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sprach von einer politischen Krise, die eine politische Lösung brauche. Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat beschlossen, die UN-Mission im Südsudan mit 5500 Soldaten zu verstärken.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) begrüßte die Entscheidung. „Wir müssen jetzt verhindern, dass aus den Kämpfen ein ethnisch motivierter Bürgerkrieg wird, der das ganze Land erfasst“, sagte Steinmeier. Die Nachrichten aus dem Südsudan seien bestürzend. Der UN-Sicherheitsrat will die Blauhelm-Truppe von 7000 auf 12.500 Soldaten aufstocken. Zudem wird die Zahl der UN-Polizisten von 900 auf rund 1300 erhöht.

Der ostafrikanische Staatenbund Igad kündigte für Freitag einen Krisengipfel zur Lage im Südsudan an. Rebellenführer Riek Machar erklärte am Donnerstag in einem Interview mit der „Sudan Tribune“, er sei zu Gesprächen mit dem südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba bereit. Er habe bereits eine Liste von Unterhändlern übermittelt. Eine unabhängige Bestätigung oder eine Reaktion Kiirs gab es zunächst nicht.

Am Rande eines Gottesdienstes in der südsudanesischen Hauptstadt Juba kündigte Kiir an, all diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die Südsudanesen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit getötet hätten. Er räumte ein, dass auch Soldaten der SPLA für solche Kriegsverbrechen verantwortlich seien.