Bürgerkrieg

UN bestätigen Giftgas-Einsätze in Syrien

Doch der Abschlussbericht nennt keine Schuldigen

Im syrischen Bürgerkrieg ist nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens fünfmal Giftgas eingesetzt worden. Der Beschuss von Wohngebieten bei Damaskus mit dem Nervengift Sarin im letzten August sei klar erwiesen, stellen die UN-Experten um den Schweden Åke Sellström in ihrem Abschlussbericht fest, den sie am Donnerstag (Ortszeit) UN-Generalsekretär Ban Ki-moon vorlegten. In vier weiteren Fällen seien Angriffe mit Giftgas als wahrscheinlich anzusehen.

Wer für den Einsatz verantwortlich ist, geht aus dem 82 Seiten langen Bericht jedoch nicht hervor. Die UN-Experten hatten von Anfang an kein Mandat, die Schuldfrage zu klären. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad und die Aufständischen beschuldigen sich gegenseitig, Giftgas einzusetzen. Bei dem Angriff in al-Ghuta bei Damaskus seien am 21. August auch Kinder unter den etwa 1400 Toten gewesen, hält der UN-Bericht fest. Bereits ein erster Zwischenbericht, den das Expertenteam im September vorlegte, hatte von „klaren und überzeugenden“ Beweisen für einen Sarin-Angriff in al-Ghuta gesprochen.

US-Präsident Barack Obama hatte dies damals veranlasst, mit einem militärischen Eingreifen gegen das Assad-Regime zu drohen. Auch der damalige Zwischenbericht hatte keine Angaben darüber enthalten, wer die Sarin-Granaten auf die Wohngebiete abgefeuert hatte. Experten der US-Administration schlossen allerdings aus den Begleitumständen des Giftgasangriffs, dass Truppen des Assad-Regimes dahintersteckten.

Der Abschlussbericht der UN-Experten bewertet vier weitere Vorfälle, bei denen Giftgas „wahrscheinlich“ eingesetzt wurde. In zwei Fällen – im März in Chan al-Asal und im April in Sarakib – seien Zivilisten unter den Opfern gewesen. Bei den anderen Verwendungen seien Kombattanten das Ziel gewesen. UN-Generalsekretär Ban wollte den Bericht in der Generalversammlung der Weltorganisation erläutern. Anschließend war eine Presseunterrichtung geplant.