Wahlen

SPD-Nachwuchs lehnt große Koalition ab

Trotz eindringlichen Werbens von SPD-Chef Sigmar Gabriel hat der Parteinachwuchs die geplante Koalition mit der Union abgelehnt.

Eine breite Mehrheit der Jungsozialisten (Jusos) sprach sich am Sonnabend auf dem Bundeskongress der SPD-Jugendorganisation in Nürnberg für ein Nein zum ausgehandelten Koalitionsvertrag aus.

Vergeblich hatte sich Gabriel zuvor in einem emotionalen Schlagabtausch bemüht, die Bedenken der Jusos gegen das in fünfwöchigen Verhandlungen vereinbarte Vertragswerk zu zerstreuen. „Die Ablehnung des Koalitionsvertrags bringt nicht mehr Gerechtigkeit, sondern sie bringt für Millionen Menschen in Deutschland weniger Gerechtigkeit“, sagte er. Die frisch gewählte Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann entgegnete: „Das Ergebnis der Verhandlungen überzeugt mich ganz und gar nicht.“ Sie sprach sich für eine Regierungsperspektive mit Grünen und Linkspartei aus. Sie betonte: „Ein Nein sehen wir als kein Nein für die Parteispitze.“ Die rund 475.000 SPD-Mitglieder entscheiden zurzeit per Briefwahl darüber, ob die Regierung mit der Union zustande kommt. Das Ergebnis wird am 14. Dezember verkündet. Viele Juso-Delegierte hatten Gabriel mit Protestplakaten empfangen. „Es fehlen einfach zu viel wichtige Punkte für eine wirklich gerechte Gesellschaft“, sagte Uekermann.