Demonstration

Gerüchte über Zollunion heizen Proteste in Kiew an

Boxweltmeister Wladimir Klitschko bei Demonstranten

Russland und die Ukraine versuchen offenbar, die pro-europäischen Demonstranten in Kiew zu beschwichtigen. Die Präsidenten beider Länder hätten bei ihrem jüngsten Treffen nicht über einen Beitritt der Ukraine zur von Russland geplanten Zollunion gesprochen, so beide Seiten. In Kiew gingen auch am Sonnabend trotz Eiseskälte rund 10.000 Menschen gegen die Abkehr der Ukraine von Europa auf die Straße. Unter ihnen auch Boxweltmeister Wladimir Klitschko, der seinen Bruder Vitali im Kampf der Opposition unterstützte, mit seiner Verlobten, US-Schauspielerin Hayden Panettierre. Für Sonntag werden noch größere Kundgebungen erwartet.

Der mögliche Beitritt Kiews zur Zollunion war einer der Auslöser der seit Wochen anhaltenden Massenproteste. Präsident Viktor Janukowitsch hatte Mitte November urplötzlich entschieden, ein fast fertiges Abkommen zur Annäherung an die EU nicht zu unterzeichnen und sich stattdessen Russland zuzuwenden. Trotz der anhaltenden Proteste gegen den neuen Kurs hatte sich Janukowitsch am Freitag in Sotschi mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen. Zu den Inhalten des Gesprächs drangen kaum Einzelheiten nach außen. Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte jedoch laut russischen Nachrichtenagenturen: „Die Frage des möglichen Beitritts der Ukraine zur Zollunion wurde in Sotschi nicht besprochen.“ Vielmehr hätten die Präsidenten besonderes Augenmerk auf „Zusammenarbeit im Energiesektor“ gelegt.