Diplomatie

Inselstreit: Biden wirbt in China um Vertrauen

US-Vizepräsident Joe Biden hat angesichts der Spannungen durch den japanisch-chinesischen Inselstreit in Peking um Vertrauen geworben.

Ohne den Konflikt direkt zu erwähnen, sagte er am Mittwoch in der Großen Halle des Volkes, er halte Chinas Präsidenten Xi Jinping für einen aufrichtigen und konstruktiven Menschen. Beide Qualitäten seien dringend nötig, um eine „neue Beziehung“ zu entwickeln.

Auch Gastgeber Xi ging nicht explizit auf den Inselstreit ein. Er sagte, international und regional sei ein „tiefgreifender und komplexer Wandel“ im Gange. Es gebe sowohl regionale Probleme wie auch „ausgeprägte globale Herausforderungen“ wie den Klimawandel. Allerdings war in einem Leitartikel der staatlichen Tageszeitung „China Daily“ zu lesen, der US-Vizepräsident brauche nicht auf Fortschritte zu hoffen, wenn er nur komme, um die „bisherigen falschen und einseitigen Bemerkungen“ seiner Regierung zu wiederholen. Am Donnerstag wird Biden in Seoul erwartet. Auch der enge US-Verbündete Südkorea liegt wegen einer von beiden Ländern beanspruchten Insel mit China im Streit.