In Sicherheit

Deutsch-Ägypter Hamed Abdel-Samad wieder aufgetaucht

Der in Kairo verschwundene deutsche-ägyptische Autor Hamed Abdel-Samad ist wieder aufgetaucht.

„Er ist am Leben und es geht ihm gut“, sagte sein Bruder Mahmud Abdel-Samad der Berliner Morgenpost. Hamed halte sich wohlbehalten in der ägyptischen Hauptstadt auf. Er werde derzeit von der Polizei zu seinem mysteriösen Verschwinden befragt, meldete das ägyptische Nachrichtenportal „youm7“ am Dienstagabend. „Wir können bestätigen, dass sich Abdel-Samad in Obhut des deutschen Botschafters befindet“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Der Publizist war am Sonntag in Kairo verschwunden, die Polizei ging von einer Entführung aus. Der 41-jährige Abdel-Samad wurde 2009 durch sein Werk „Mein Abschied vom Himmel“ bekannt. Darin schildert er seine persönliche Auseinandersetzung mit dem Islam. Das Buch löste heftige Kritik in Ägypten aus. Die Umstände des Verschwindens von Abdel-Samad sind bislang noch nicht geklärt. Der Bruder wollte zunächst keine Angaben über die näheren Umstände machen.

Dem Publizisten war vom ägyptischen Innenministerium ein Leibwächter zugewiesen worden, nachdem die deutsche Botschaft aufgrund mehrerer Morddrohungen durch militante Islamisten danach verlangt hatte. Doch Abdel-Samad hatte, so der Bruder, „einen besonderen Termin“ gehabt, weshalb ihn keine Leibwächter eskortiert hätten.

Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 in Ägypten, kam im Alter von 23 Jahren nach Deutschland, wo er in Augsburg Politik studierte. Der Sohn eines sunnitischen Imams unternahm im Herbst 2010 mit dem Autor Henryk M. Broder für die fünfteilige TV-Serie „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“ eine 30.000 Kilometer lange Autoreise durch Deutschland. Für die Serie erhielten Abdel-Samad und Broder 2012 den Bayerischen Fernsehpreis.