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Spitzel in Neonazi-Szene

V-Leute Sachsens Linke will sich mit offiziellen Antworten zu V-Leuten der Polizei in der Neonazi-Szene nicht zufriedengeben. Man werde die „problematische Rolle dieser Spitzel“ weiter hinterfragen, sagte die Abgeordnete Kerstin Köditz am Dienstag in Dresden. Köditz misstraut Angaben, wonach die sächsische Polizei in dieser Szene keine V-Leute und Informanten führt.

Berliner Beteiligung Köditz bezieht sich auf Aussagen eines Beamten des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) im Untersuchungsausschuss des Sächsischen Landtages zur Neonazi-Terrorgruppe NSU. Nach seinen Angaben hat das LKA Berlin zu Beginn des Jahrtausends mindestens drei V-Leute innerhalb der sächsischen Neonazi-Szene geführt. „Es ist schwer vorstellbar, dass dies ohne Wissen des sächsischen LKA geschah“, betonte Köditz. Zudem habe der Chef des polizeilichen Staatsschutzes der Polizeidirektion Chemnitz vor dem Ausschuss eingeräumt, mindestens einmal einen Informanten geführt zu haben.