Ägypten

Muslimbrüder bieten Dialog an – Regierung fordert Gewaltverzicht

Nach monatelangen Unruhen bieten Anhänger der ägyptischen Muslimbruderschaft den politischen Kräften des Landes einen Dialog zur Überwindung der Krise an.

„Wir rufen alle revolutionären Kräfte, politischen Parteien und Patrioten auf, in einen Dialog einzutreten, um eine Lösung aus der Krise zu finden und die Herrschaft des Militärs zu beenden“, erklärte die Nationale Allianz zur Unterstützung der Legitimität in Kairo. Die ägyptische Regierung stellte weitreichende Forderungen für einen Dialog mit den Islamisten. Der einflussreiche Minister Ahmed al-Borei sagte am Sonntag, als Voraussetzung für einen Dialog müssten die Muslimbrüder den Übergangsplan der Regierung akzeptieren, sich entschuldigen und auf Gewalt verzichten.

Mohammed Bischr vom Führungsrat der Muslimbruderschaft relativierte unterdessen das Angebot. Dieses richte sich vorwiegend an andere Parteien, die ebenfalls die Dominanz des Militärs ablehnten, nicht aber an Regierung und Armee, stellte Bischr klar. „Es zielt darauf, den Kreis der Koalition zu erweitern. Es gibt viele, die mit der Muslimbruderschaft nicht einer Meinung sind, aber den demokratischen Prozess unterstützen“, sagte Bischr. Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mursi sind mehr als 1000 Menschen bei Unruhen getötet worden. Mursi wird derzeit mit dem Vorwurf der Anstiftung zu Gewalt mit Todesfolge der Prozess gemacht. Die Muslimbruderschaft ist inzwischen verboten; der Großteil ihrer Führung sitzt im Gefängnis.