Familienpolitik

Ein-Kind-Politik: China will die Regeln lockern

Rund 40 Jahre nach Einführung einer strikten Bevölkerungskontrolle will Peking seine Vorgaben zur Familienplanung weiter lockern und mehr Ausnahmen von seiner Ein-Kind-Politik zulassen.

Der Sprecher der Kommission für Familienplanung, Mao Qunan, sprach im Vorfeld der am Dienstag erwarteten neuen Parteibeschlüsse zu umfassenden Reformen. Diese beinhalten offenbar auch eine künftig flexiblere Umsetzung der kontraproduktiv gewordenen Geburtenplanung. Das Statistische Amt warnte schon im April, der Trend zu weniger Geburten, der die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft einschränkt, werde sich bis 2030 verschärfen. Zu den nun zur Debatte stehenden Gegenmaßnahmen gehört offenbar, dass Familien künftig zwei Kinder haben dürfen, wenn mindestens ein Elternteil selbst in einer Ein-Kind-Familie aufwuchs. Bisher wurde in Chinas Städten, in denen 700 Millionen der 1,35 Milliarden Chinesen leben, Familien nur dann erlaubt, zwei Kinder zu bekommen, wenn beide Elternteile aus Ein-Kind-Familien stammten. Laut Statistiken leben heute mehr als 140 Millionen Einzelkinder in China.