Anschlag

Zwei Mitglieder von Neonazi-Partei in Athen erschossen

Der Doppelmord an zwei Mitgliedern der Neonazi-Partei Goldene Morgenröte hat Angst vor einer Eskalation der politisch motivierten Gewalt in Griechenland geschürt.

Die Regierung werde nicht akzeptieren, dass das Land „Schauplatz gewaltsamer Abrechnungen“ werde, sagte der Minister für Öffentliche Ordnung, Nikos Dendias. Das Verbrechen sei „ein Angriff auf die Demokratie selbst“, kommentierte die linksgerichtete Zeitung „Ethnos“.

Zwei Unbekannte waren am Freitagabend mit einem Motorrad vor ein Büro der Goldenen Morgenröte (Chrysi Avgi) an einer großen Straße im Athener Vorort Neo Iraklio gefahren. Einer von ihnen feuerte auf die Menschen vor dem Eingang. Ein 22- und ein 27-Jähriger wurden tödlich in den Kopf und die Brust getroffen, wie die Polizei berichtete. Nach Angaben eines Sprechers der Morgenröte waren beide Opfer Parteimitglieder. Ein dritter Parteianhänger wurde schwer verletzt und liegt im Krankenhaus. Von den Tätern, die Motorradhelme trugen, fehlte zunächst jede Spur.

Vor sechs Wochen hatte ein Anhänger der rechtsextremistischen Goldenen Morgenröte einen Musiker der linken Szene vor einem Lokal mit Messerstichen getötet. Der Mord hatte die Justiz dazu bewegt, gegen die Partei vorzugehen. Gegen sechs Parlamentsabgeordnete der Partei wird wegen Bildung einer „kriminellen Organisation“ ermittelt. Parteichef Nikos Michaloliakos, sein Stellvertreter und ein weiterer Abgeordneter sitzen in Untersuchungshaft.