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Drogenpolitik: Städte wollen Alkoholverkauf stärker einschränken ++ Asylbewerber: Gericht: Unterkünfte in Gewerbegebieten zulässig ++ Soziologe: Mitgliederschwund der Kirchen kaum aufzuhalten

Städte wollen Alkoholverkauf stärker einschränken

Im Kampf gegen Jugendkriminalität fordern mehrere deutsche Großstädte, die Verkaufszeiten für Alkohol zu beschränken. Immer noch werde das Verbot, Alkohol an Minderjährige zu verkaufen, von vielen Märkten, Kiosken und Getränkeläden missachtet, teilte das Städtenetzwerk Kriminalprävention mit. Gerade dort, wo aufgrund der verlängerten Öffnungszeiten von Supermärkten bis spät in die Nacht Alkohol gekauft werden könne, gebe es auffällig viele Probleme mit Jugendlichen. Dem Netzwerk gehören elf Städte an, darunter Hannover, Bremen und Leipzig.

Gericht: Unterkünfte in Gewerbegebieten zulässig

Asylbewerber können nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart in einem Gewerbegebiet untergebracht werden. Demnach kann ein früheres Lehrlingsheim mit Wohnplätzen im baden-württembergischen Fellbach (Rems-Murr-Kreis) als Asylunterkunft genutzt werden. Eilanträge zweier Nachbarn gegen die neue Nutzung des Gebäudes lehnte das Gericht ab. Zwar sehe der Bebauungsplan für das Gelände Gewerbe und keine Wohnnutzung vor, sagte eine Gerichtssprecherin. Die Unterbringung von Asylbewerbern diene aber dem Wohl der Allgemeinheit.

Mitgliederschwund der Kirchen kaum aufzuhalten

Die christlichen Kirchen in Deutschland müssen nach Einschätzung von Wissenschaftlern weiter mit sinkenden Mitgliederzahlen rechnen. „Der Mitgliederschwund ist nahezu unaufhaltsam. Auch Reformsignale von Papst Franziskus und Neuerungen in den evangelischen Landeskirchen halten den Trend nicht auf“, erklärte der Religionssoziologe Detlef Pollack vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster. „Das Wohlstands- und Bildungsniveau ist so hoch und die soziale Absicherung so gut, dass immer weniger Menschen die seelsorglichen und sozialen Angebote der Kirchen nachfragen.“