Grundsicherung

Unicef fordert gezieltere Förderung armer Kinder

Das Kinderhilfswerk Unicef fordert gezieltere Hilfen für Kinder aus armen Familien in Deutschland.

Statt mit der Gießkanne Wohltaten für alle zu verteilen, müsse die neue Bundesregierung Wege suchen, stark benachteiligte Kinder früher und besser zu unterstützen, sagte der deutsche Unicef-Vorsitzende Jürgen Heraeus in Berlin. Kitas und Ganztagsschulen allein seien nicht ausreichend. „Das Kindergeld ist eine sehr ineffiziente Maßnahme, Kinderarmut zu bekämpfen“, sagte der Berliner Soziologieprofessor Hans Bertram, der Mitglied des Deutschen Komitees für Unicef ist. Sinnvoller sei es etwa, das Kindergeld nach Bedürftigkeit unterschiedlich zu erhöhen. Er sprach von einer „Kindergrundsicherung“.

Unicef zufolge wuchs zwischen 2000 und 2010 jedes zwölfte Kind in Deutschland mindestens sieben Jahre lang in einer Familie auf, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zum Leben hatte. Dem Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland zufolge sind diese Kinder im Schnitt unzufriedener mit ihrem Leben als ihre Altersgenossen.