Bombenexplosion

Terroranschlag auf Linienbus in Wolgograd

Mindestens sieben Menschen sterben bei Bombenexplosion

Der Bus Nummer 29 in der südrussischen Stadt Wolgograd fährt an der staatlichen Universität vorbei. Deshalb nutzen ihn viele Studenten. Auch am Montag waren unter den Passagieren viele Hochschüler, als der Bus um 14.05 Uhr explodierte. „Das Dach in der Mitte des Busses wurde aufgerissen, die Scheiben zerbrachen“, sagte der unverletzte Busfahrer der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“. Die Menschen seien auseinandergestürmt und zogen die Kinder an den Straßenrand. Mindestens sieben Menschen sind bei der Explosion ums Leben gekommen, 32 weitere wurden verletzt, acht davon lebensgefährlich.

Insgesamt waren zum Zeitpunkt der Explosion rund 40 Passagiere im Bus. „Meine Tochter erzählte mir, dass die Explosion in der Mitte des Busses passiert ist“, sagte ein Wolgograder namens Wladimir dem Radiosender Echo Moskaus. Das Mädchen habe im vorderen Teil gesessen. Die Kamera eines Wagens, der hinter dem Bus fuhr, filmte den Moment der Explosion: Der Bus wird plötzlich erschüttert, bevor Flammen aus dem Bus schlagen und Blechteile durch die Luft wirbeln. Er fährt noch einige Meter weiter, bevor er schließlich ganz zum Stehen kommt.

„Schwarze Witwe“ als Täterin

Die russischen Behörden gehen von einem Terroranschlag aus. Die Explosion erfolgte, kurz nachdem die Selbstmordattentäterin an einer Haltestelle in den Bus eingestiegen war, das berichteten Augenzeugen den Ermittlern. Der Name der mutmaßlichen „schwarzen Witwe“ kursierte bald darauf in der Öffentlichkeit: Die Ermittler gehen davon aus, dass es die 30-jährige Naida Achijalowa aus der nordkaukasischen Republik Dagestan gewesen ist. Ihre Dokumente wurden nicht weit vom Tatort entfernt gefunden. Sie war die Ehefrau eines muslimischen Bandenführers aus der Dagestaner Hauptstadt Machatschkala.

Der Russe Dmitri Sokolow hatte seine Frau während des Studiums in Moskau kennengelernt und konvertierte zum Islam. Unter Terroristen wurde er auch „Giraffe“ genannt, wie russische Medien meldeten. Momentan wird Sokolow von der russischen Polizei gesucht. Die Attentäterin hatte vermutlich eine Bombe oder eine Handgranate an ihrem Körper befestigt. Am Tatort fand die Polizei eine zweite Granate, die nicht explodiert war und daraufhin entschärft wurde.

Im Gebiet Wolgograd wurde eine dreitägige Trauer ausgerufen. Besonders tragisch ist, dass die meisten Opfer junge Menschen unter 30 Jahren waren.