Ernährung

Welthungerhilfe: Gentechnik und Export sind schädlich

Die Deutsche Welthungerhilfe hat längerfristige Strategien gegen Dürren, Fluten und andere Katastrophen in Entwicklungsländern gefordert.

Dazu gehörten etwa stabile Häuser, Deiche, ein gutes Straßennetz, Impfungen und bessere Anbaumethoden, sagte die Präsidentin der Organisation, Bärbel Dieckmann, am Montag bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2013 in Berlin. Eine gentechnische Weiterentwicklung von Pflanzen und mehr Nahrungsmittelexporte in Hungerregionen seien dagegen keine geeignete Lösung.

Gentechnik werde nicht bei der Reduzierung von Hunger helfen, sagte Dieckmann. Möglicherweise werde so vielmehr die Abhängigkeit der Kleinbauern von großen Konzernen gestärkt. Exporte aus Industrieländern halte sie „für einen ganz falschen Ansatz“, weil die Menschen vor Ort kein Geld hätten, diese Lebensmittel zu kaufen. Der eigene Anbau sei für viele Kleinbauern die einzige Einkommensquelle. Stattdessen müsse Nothilfe in akuten Krisen stärker mit Entwicklungszusammenarbeit verschränkt werden, um Regionen gegen die Katastrophen zu wappnen.

Von einer neuen Bundesregierung forderte die Welthungerhilfe, das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nicht abzuschaffen, sondern „seine Kompetenzen in Fragen globaler Nachhaltigkeit zu stärken“. Zudem müssten die Industriestaaten den Klimawandel bremsen. Er könne in den nächsten Jahren zur tiefgreifendsten Ursache für Hunger werden.

Dramatisch ist die Lage dem diesjährigen Welthunger-Index zufolge in den afrikanischen Ländern Burundi und Eritrea, den Komoren und Syrien. Der Welthunger-Index misst den Hunger anhand dreier Kriterien: des Anteils der Unterernährten an der Bevölkerung, des Anteils der untergewichtigen Kinder unter fünf Jahren und der Sterblichkeitsrate bei unter Fünfjährigen.