Unglück

Mehr als 30 Tote bei erneutem Flüchtlingsdrama

Helfer können jedoch viele Bootsinsassen retten

Nur wenige Tage nach der Flüchtlingskatastrophe von Lampedusa sind in der Nähe der Mittelmeerinsel erneut mindestens 34 Menschen ertrunken. Dank eines schnellen Rettungseinsatzes von Italien und Malta wurden aber mindestens 221 Menschen gerettet. 143 von ihnen wurden am Sonnabend nach Malta gebracht, weitere harrten noch auf einer italienischen Fregatte aus, wie das italienische Militär mitteilte. Die Suche nach Opfern ging weiter.

Erst am 3. Oktober war vor der italienischen Insel Lampedusa ein Schiff mit 500 Flüchtlingen an Bord gesunken. Von diesen überlebten nur 155. Die Katastrophe hatte in ganz Europa Entsetzen ausgelöst und eine Debatte über die Asylpolitik in Schwung gebracht. Zwar soll sich die Linie nach dem Willen der EU-Innenminister nicht ändern. Doch soll die Grenzpolizei Frontex ihre Rettungsbemühungen verstärken.

Bei dem neuerlichen Unglück gelang es mit schneller Reaktion, zumindest die meisten der Verunglückten zu retten. Ihr Boot war am Freitagabend rund 100 Kilometer südöstlich von Lampedusa in maltesischen Gewässern gekentert. Die italienische Küstenwache erhielt nach Angaben eines Sprechers einen Telefonanruf von dem Boot, dass die Flüchtlinge in Seenot seien. Daraufhin wurde das Satellitentelefon und damit auch das Boot geortet. Die maltesischen Streitkräfte entsandten nach eigenen Angaben ein Flugzeug, das feststellte, dass das Boot gekentert sei und viele Menschen im Wasser seien. Das Flugzeug habe ein Rettungsfloß abgeworfen. Kurz danach sei ein Patrouillenboot eingetroffen.

Die meisten der Menschen auf dem Boot waren Syrer auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat, wie Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat sagte. Er hatte am Vorabend zunächst von 27Toten gesprochen, darunter drei Kinder. Die italienische Marine sprach dann am Sonnabend von 34 Toten.

Nach Angaben der italienischen Marine wurden in der Nacht zum Sonnabend noch 180 weitere Menschen von Flüchtlingsbooten in derselben Region im Mittelmeer gerettet und von der italienischen Fregatte aufgenommen.