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Harte Hand gegen Gangs

Favelas Die Lage in Brasilien ist seit Monaten angespannt. Im Juni hatten Massenproteste gegen die Milliardenausgaben für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014, die Erhöhung der Fahrpreise im Nahverkehr und die grassierende Korruption das Land in eine tiefe politische Krise gestürzt. Vor der WM und den Olympischen Spielen 2016 gehen die Sicherheitskräfte nun verstärkt gegen die Gangs in Rio de Janeiro vor. Zahlreiche Favelas wurden bereits besetzt. Einheiten der sogenannten Friedensschaffenden Polizeieinheit sollten dort dauerhaft stationiert werden und für Sicherheit sorgen.

Folter Zuletzt rückte die Polizei am Sonntag in eine von Gangs kontrollierte Armensiedlung im Norden Rio de Janeiros ein. Mehr als 1000 Sicherheitskräfte seien an der Aktion in den Favelas Lins und Camarista Méier beteiligt gewesen, berichtete der Fernsehsender TV Globo. Bei dem Einsatz sei kein Schuss gefallen. Wegen ihres brutalen Vorgehens war zuletzt vor allem die Militärpolizei in die Kritik geraten. Laut einem Untersuchungsbericht sollen Beamte einen Hilfsarbeiter aus der Armensiedlung Rocinha verschleppt und zu Tode gefoltert haben.