Gewalt

Deutsche Experten ermitteln nach Anschlag im Jemen

Auswärtiges Amt dementiert Entführungsversuch

Nach dem tödlichen Angriff auf einen deutschen Sicherheitsbeamten in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hat die Bundesregierung Experten zur Aufklärung der Tat entsandt. Sie sollten die Behörden vor Ort bei der umfassenden Klärung „des Sachverhalts und der Hintergründe“ unterstützen, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Montag in Berlin. In einem Telefonat habe ihm sein jemenitischer Kollege Abu Bakr Abdullah al-Kirbi dabei die „volle Unterstützung“ seiner Regierung zugesagt.

Der Krisenstab des Auswärtigen Amts und die Botschaft in Sanaa seien mit allen relevanten Stellen im Jemen in Kontakt, um die Tat vom Sonntag aufzuklären, sagte Westerwelle. Er lehnte es ab, sich zu „Spekulationen“ über die Hintergründe zu äußern. Auch ein Sprecher des Ministeriums wollte sich aus Sicherheitsgründen nicht zur genauen Funktion des Beamten äußern oder zu der Frage, ob er zur Zeit der Tat im Dienst war.

Der Sicherheitsbeamte sei über einen längeren Zeitraum an der Botschaft im Jemen tätig gewesen, hieß es lediglich vom Ministerium. Laut der Gewerkschaft der Polizei handelte es sich um einen 39-jährigen Oberkommissar der Bundespolizei, der als Personenschützer eingesetzt war. Angaben, wonach die Täter, die den Beamten im Botschaftsviertel von Sanaa aus einem Auto heraus erschossen, eigentlich die deutsche Botschafterin Carola Müller-Holtkemper entführen wollten, wurden vom Auswärtigen Amt dementiert. Die Botschafterin sei zur Zeit der Tat nicht im Land gewesen, sagte der Sprecher. Sie sei nun „auf dem Weg zurück zu ihrem Dienstort“. In der Botschaft arbeitet laut Auswärtigem Amt eine einstellige Zahl entsandter Bediensteter aus Deutschland.