Leserbriefe

Massenhafter Zustrom aus Afrika ist keine Lösung

Zum Artikel: „Italien weint, Europa streitet“ vom 5. Oktober

19.000 Tote in 25 Jahren ist eine traurige Bilanz für die Flüchtlingsscharen, die auf der Flucht von Afrika ihr Heil in Europa suchten. Diese Bilanz sollte nicht nur Europa aufschrecken, sondern auch die Menschen, die für viel Geld immer wieder skrupellosen Schleuserbanden folgen und dabei den Tod in Kauf nehmen. Dass Italien eine Überprüfung der EU-Gesetze fordert, ist notwendig und verständlich. Doch die erste Reaktion aus Brüssel darauf, die Grenzen zu öffnen, muss auf den Widerstand der europäischen Staaten stoßen. Ein massenhafter Zustrom aus Afrika ist weder eine Lösung für diese Menschen, noch könnte Europa diesen Zustrom ertragen. Es ist darauf hinzuweisen, dass wir in Europa mit fast 700.000 aufgenommenen Menschen bereits den höchsten Anteil haben.

Harry Döring, per E-Mail

Wenn wir eine humane Gesellschaft bleiben wollen, müssen wir handeln. Durch entschlossene Außen- und Entwicklungshilfepolitik sollten wir die Ursachen der Flucht bekämpfen, also Armut und Unterdrückung. Keine Geschäfte mehr mit Tyrannen, sondern Sanktionen, notfalls Militärschläge oder bei Wohlverhalten gezielte Aufbauhilfe. Dabei darf Zerschlagung und Neubildung von Staaten kein Tabu sein. Jedes Volk hat das Recht auf nationale Selbstbestimmung. Das gilt für Palästinenser wie für Kurden und die Völker Afrikas. Die derzeitigen Grenzen sind ja oft Folge der verbrecherischen Kolonialpolitik oder der beiden Weltkriege.

Dr. Christian Fuchs, per E-Mail

Berufstätige sind Opfer der Veranstaltungsflut

Zum Artikel: „City-Bezirke dulden keine neuen Feste“ v. 6. Oktober

Nicht nur die Orte in der City sind zum Feiern beliebt, auch der Teufelsberg ist ein Ort der Übernutzung. Während vor Jahren Spaziergänger hinaufwanderten, um die Aussicht zu genießen und Familien dort oben Drachen steigen ließen, gibt es nun Techno-Partys mit dröhnender Musik, die durchaus zwei Tage und Nächte lang pausenlos den Berg hinunterschallt. Heerscharen strömen bei gutem Wetter aus der S-Bahn zum Berg. Dort wird getanzt, gegrölt, geschlafen und am Morgen bei lauter Musik weitergefeiert. Dort wird kein Fest genehmigt, kein Lärmschutz den Anwohnern gewährt und die Natur zerstört. Niemand aus der Politik fühlt sich dafür verantwortlich, es gibt ja auch keine Einnahmen.

Ulrike Wegner, Westend

Die spätrömische Dekadenz ist in Berlin längst angekommen. Auf öffentlichen Straßen beschmeißt man sich mit Farbpulver, jeden Tag irgendein Fest, ein überlanger Biertresen, ein Nackedei-Umzug, ein Halb-, Viertel- oder Achtelmarathon. Die absoluten Herrscher unserer Stadt sind die Demonstranten. Die Gelackmeierten die Berufstätigen, die von A nach B wollen oder müssen.

Luzie Hillel, per E-Mail