Auszeichnung

Alternativer Nobelpreis für Kongolesen

Denis Mukwege geehrt für Einsatz gegen sexuelle Gewalt

Mit dem Alternativen Nobelpreis werden in diesem Jahr Menschen ausgezeichnet, die besonderes Engagement im Einsatz für Vergewaltigungsopfer im Kongo und für ihren Einsatz gegen Chemiewaffen gezeigt haben.

Der US-Amerikaner Paul Walker bekommt den Preis inmitten der aktuellen Diskussion über die Vernichtung von Syriens Giftgasvorräten als „einer der effektivsten Wegbereiter für die Abschaffung von Chemiewaffen“, wie die Stiftung Right Livelihood Award am Donnerstag in Stockholm verkündete. Walker habe sich als Direktor für Environmental Security and Sustainability beim Internationalen Grünen Kreuz für die Umsetzung der Konvention zum Verbot von Chemiewaffen eingesetzt, hieß es in der Begründung. Durch Walkers Einsatz seien Zehntausende Tonnen chemischer Waffen sicher vernichtet worden.

Den Arzt Denis Mukwege ehrt die Stiftung für sein Engagement für vergewaltigte Frauen in seiner Heimat, der Demokratischen Republik Kongo. In einem Krankenhaus in Südkivu behandelt der Gynäkologe unermüdlich Opfer sexueller Kriegsgewalt. Seit Jahren setzt er sich öffentlich dafür ein, deren Peiniger zur Rechenschaft zu ziehen. Auch ein Attentat auf ihn, bei dem statt Mukwege einer seiner Mitarbeiter starb, brachte ihn nicht dazu aufzuhören. Mukwege wird auch als Anwärter für den Friedensnobelpreis gehandelt.

Kampf gegen den Hunger

Weitere Auszeichnungen bekommen zum ersten Mal seit dem Start der Alternativen Nobelpreise 1980 ein Schweizer und ein Palästinenser. Der Agrarforscher Hans Rudolf Herren rettete laut der Stiftung mit einem Programm zur Schädlingsbekämpfung in Afrika „Millionen Menschen das Leben“. Mit seiner Schweizer Stiftung helfe er heute Landwirten, „Hunger, Armut und Krankheit durch biologischen Landbau zu bekämpfen“. Der Anwalt Radschi Surani erhält den Preis, weil er sich „furchtlos und vorurteilsfrei für die Menschenrechte in Palästina und der arabischen Welt“ einsetzt. Im Gazastreifen dokumentiere er Menschenrechtsverletzungen, vertrete Opfer und bilde auch syrische Juristen aus.

Der Alternative Nobelpreis ehrt unabhängig von und mit kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen jedes Jahr Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden.