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Putin-Kritiker ficht Wahl an

Wahlbetrug Der bei der Bürgermeisterwahl in Moskau unterlegene Kreml-Kritiker Alexej Nawalni will das Ergebnis vor Gericht anfechten. Seine Mitarbeiter hätten Hunderte Beweise für Wahlbetrug gesammelt, schrieb Nawalni am Mittwoch in seinem Internetblog. Die Hauptklageschrift solle am Donnerstag am Moskauer Zentralgericht eingereicht werden und ziele auf die komplette Annullierung der Wahl. Zudem würden 951 getrennte Beschwerdeklagen bei Bezirksgerichten eingereicht, um die Ergebnisse einzelner Wahllokale für ungültig erklären zu lassen.

Starkes Ergebnis Bei der Wahl in Moskau hatte Nawalni am Sonntag ein überraschend starkes Ergebnis erzielt. Bürgermeister bleibt zwar der enge Putin-Verbündete, Sergej Sobjanin, auf den nach den offiziellen Zahlen der Wahlkommission 51,3 Prozent entfielen. Nawalni kam auf 27,3 Prozent. Er sprach noch am Wahlabend von Betrug und forderte eine zweite Wahlrunde. Diese wäre erforderlich gewesen, wenn kein Kandidat die 50-Prozent-Marke übersprungen hätte. Mit seinem guten Abschneiden gab Nawalni der Protestbewegung gegen Putin neuen Aufwind.