Familie

Jeder fünfte Antrag auf Betreuungsgeld wird nicht bewilligt

Durchschnittlich jeder fünfte Antrag auf Betreuungsgeld wird nicht bewilligt. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf eine eigene Umfrage bei den Bundesländern berichtet, ist die Ablehnungsquote in Hamburg mit 43 Prozent besonders hoch. Demnach wurden gut einen Monat nach Einführung des Betreuungsgeldes in Nordrhein-Westfalen 31 Prozent der Anträge abgelehnt.

Viele Mütter und Väter übersehen dem Bericht zufolge offenbar, dass ihre Kinder zu alt sind, um die 100 Euro für die Betreuung zu Hause erhalten zu können. Bis Ende August/Anfang September seien in 14 Bundesländern etwa 27.000 Anträge auf Betreuungsgeld gestellt worden. Da Niedersachsen und Rheinland-Pfalz keine entsprechende Statistik führten, sei die tatsächliche Zahl noch höher. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) wertete dies als Erfolg. Sie zeige, wie wenig Ahnung die SPD als Kritikerin des Betreuungsgeldes „von den Wünschen der Familien hat“, wurde Schröder zitiert.

Die Anzahl der nicht bewilligten Anträge beläuft sich bei den zwölf Ländern, die exakte Angaben machten, auf fast 5000. Bezogen auf die dort eingegangenen Anträge, entspreche dies einer Quote von knapp 20 Prozent. In fast allen Fällen habe die Ablehnung an dem gesetzlichen Stichtag gelegen, teilten die zuständigen Ministerien mit. Anspruch auf die monatlich 100 Euro haben Eltern, die ihre ab dem 1. August 2012 geborenen Kinder nicht in staatlich geförderte Betreuung geben.

Nach den Vorstellungen Schröders sollte der Stichtag für das Geburtsdatum der Kinder ursprünglich der 1. Januar 2012 sein. Im parlamentarischen Verfahren wurde die Frist jedoch um sieben Monate verschoben. Dies gelte bei manchen Unionsabgeordneten mittlerweile als Fehler, weil es dazu geführt habe, dass Eltern ungleich behandelt würden und das Geld noch nicht für alle Kinder im zweiten Lebensjahr bereitstehe.