Polizeigewalt

Erneut junger Demonstrant bei Protesten in der Türkei getötet

Bei regierungskritischen Protesten in der Türkei ist erneut ein junger Demonstrant getötet worden. Der 22-Jährige wurde am Montagabend in der südtürkischen Stadt Antakya von einem Tränengasgeschoss der Polizei am Kopf getroffen.

Er sei im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben. Mehrere Hundert regierungskritische Demonstranten hatten sich in Istanbul Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Die größtenteils vermummten und linksradikalen Protestierenden zogen durch den Justizbezirk der türkischen Millionenmetropole und wurden dort von Sicherheitskräften mit Tränengas und Wasserwerfern auseinandergetrieben. Insgesamt kamen bei den seit Ende Mai andauernden Protesten in der Türkei bislang fünf Demonstranten und ein Polizist ums Leben.

Die Proteste gegen die islamisch-konservative Regierung haben zwar nachgelassen, flammen aber sporadisch wieder auf. Auch bei dem Protestmarsch gegen Polizeigewalt am Montag war es zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen. Die Demonstranten forderten die Bestrafung von Polizisten, die für die schwere Verletzung eines 14-Jährigen verantwortlich sind. Der Jugendliche liegt seit Juni im Koma, nachdem er von einer Tränengasgranate am Kopf getroffen worden war. Menschenrechtsgruppen haben der türkischen Polizei wiederholt vorgeworfen, mit Tränengasgewehren auf Menschen zu schießen.