Umfrage

Eurokritische AfD bekommt bei Forsa erstmals vier Prozent

Die SPD hat im „Stern“-RTL-Wahltrend leicht zugelegt.

Der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage zufolge, die weitgehend noch vor dem TV-Duell der Spitzenkandidaten vom Montag erfolgte, legte die SPD um einen Punkt auf 23 Prozent zu. Die CDU/CSU verlor einen Punkt und erreicht 40 Prozent.

Die Grünen liegen demnach unverändert bei elf Prozent, die Linke verliert einen Punkt auf neun Prozent. Für die FDP werden weiterhin fünf Prozent vorhergesagt. Die Euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD) kann sich um einen Punkt verbessern–und liegt damit erstmals bei vier Prozent. Die Piratenpartei stagniert bei drei Prozent. Im Bundestag hätten Union und FDP mit zusammen 45 Prozent demnach eine knappe Mehrheit. Die übrigen im Parlament vertretenen Parteien würden zusammen 43 Prozent erreichen.

Unterdessen verschärfte SPD-Chef Sigmar Gabriel im Streit mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Zuverlässigkeit der SPD in der Europapolitik den Ton. Er konterte am Mittwoch Merkels Aussage, die SPD sei mit ihrem Hin und Her etwa bei Euro-Bonds „total unzuverlässig“, mit einem schweren Vorwurf. „Mit ihrem Handeln in Brüssel verstößt sie gegen deutsches Recht und Gesetz“, sagte Gabriel der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Merkel habe „heimlich eine Haftungsunion über die Europäische Zentralbank organisiert“, meinte Gabriel mit Blick auf die Euro-Rettung. Merkel sei bereit, deutsche Steuerzahler für Banken, die sich verspekulieren, haften zu lassen.

„Frau Merkel muss von allen guten Geistern verlassen sein, um einen solchen Satz zu sagen“, sagte Gabriel zu Merkels in einer ARD-Dokumentation gemachten Aussage über den Eurokurs der SPD. Der Parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann forderte: „Frau Merkel muss sich entschuldigen. Sie hat den Boden der fairen Auseinandersetzung verlassen.“ Regierungssprecher Steffen Seibert wollte sich am Mittwoch nicht auf die mehrfache Nachfrage äußern, ob Merkel inzwischen ihre Worte bedauern würde. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wollte Merkels Klarstellung nicht akzeptieren. „Sie hat die SPD für sich genommen als total unzuverlässig bezeichnet“, betonte er.