Energie

BMW will Solarstrom dauerhaft speichern

Forschungsprojekt für gebrauchte Autoakkus mit Vattenfall gestartet

Der Autobauer BMW macht sich gemeinsam mit dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall Gedanken über die Zweitverwendung von alten Batterien aus Elektroautos. Die beiden Konzerne, die bereits bei Projekten für strombetriebene Fahrzeuge zusammengearbeitet haben, starten ein Forschungsvorhaben: Ausgediente Batterien sollen als Zwischenspeicher für Schnellladestationen oder Solaranlagen dienen. Der Münchner Autobauer, der im November den strombetriebenen i3 auf den Markt bringt, geht damit zwei Themen gleichzeitig an: Er entwickelt eine Lösung, wie mit den alten Batterien verfahren werden soll, und er geht ein zentrales Problem der Energiewende an.

Der Ausbau von erneuerbaren Energien führt dazu, dass an sonnigen oder windreichen Tagen zum Teil mehr Strom produziert als verbraucht wird. Weil Speichermöglichkeiten fehlen, kann der überschüssige Strom nicht genutzt werden. Die Alt-Akkus von Elektro-Autos könnten den Strom von Wind- oder Solaranlagen hingegen zwischenspeichern.

Die Verwendung solcher Batterien kann sich für Ökostromproduzenten lohnen. Sie können deutlich höhere Preise für den von ihnen erzeugten Strom verlangen, wenn sie ihn so lange speichern, bis die Nachfrage hoch, das Angebot aber niedrig ist. Der Druck auf die Ökostromproduzenten, selbst Abnehmer für ihren Strom zu finden, nimmt ohnehin zu. Derzeit wird in der Politik diskutiert, die bestehende Abnahmegarantie für Ökostrom aufzuweichen.

Technisch ist der Einsatz der Batterien als Ökostromspeicher problemlos, weil die Lebensdauer der Batterien weit über den Einsatz im Auto hinausreicht: Sinkt die Speicherkapazität auf unter vier Fünftel, sind die Batterien für den Fahrbetrieb etwa im BMW 3i nicht mehr geeignet. Als Stromspeicher taugen sie indes noch. Einige Pilotprojekte sind bereits erfolgreich in Deutschland, den USA und China gelaufen. In Berlin etwa werden in einem Projekt gebrauchte Batterien aus dem Testflotten-Fahrzeug Mini E, ebenfalls von BMW, zur Pufferspeicherung von Solarenergie genutzt.