Ägypten

Mubarak bleibt nach Freilassung vorerst in Klinik

Der ehemalige ägyptische Präsident Husni Mubarak hat am Donnerstag das Gefängnis verlassen.

Nach Angaben von Mitarbeitern der Haftanstalt wurde er per Hubschrauber in ein Militärkrankenhaus im Kairoer Stadtteil Maadi gebracht, in dem er bereits früher behandelt worden war. Dort soll der 85-Jährige unter Arrest gestellt werden. Ein Gericht hatte zwar am Vortag die Entlassung des Ex-Präsidenten aus der Untersuchungshaft angewiesen. Die Regierung ordnete aber kurz darauf Hausarrest für Mubarak an, um neue Unruhen zu vermeiden. Dabei berief sie sich auf den Ausnahmezustand, der nach den jüngsten Straßenschlachten zwischen der Polizei und den Islamisten verhängt worden war. Der Prozess gegen Mubarak wegen der Tötung von mehr als 800 Demonstranten wird am Sonntag fortgesetzt.

Nach der Freilassung riefen mehrere Gruppen ihre Anhänger auf, am Freitag dagegen zu demonstrieren. Gleichzeitig wollen auch Anhänger der Muslimbruderschaft und anderer Islamisten-Gruppen auf die Straßen gehen, um gegen den Tod von 36 Demonstranten in Polizeigewahrsam zu protestieren. Der aus diesem Grund ausgerufene „Freitag der Märtyrer“ ist seit längerem geplant. Experten befürchten deshalb neue Ausschreitungen in dem zerrütteten Land.

Mit der Gerichtsentscheidung zur Freilassung am Mittwoch kann Mubarak auch in einem anderen Verfahren, in dem es um Korruption geht, nicht mehr inhaftiert bleiben. Viele Ägypter dürften in der Freilassung Mubaraks eine Rehabilitierung der alten Ordnung sehen und ein Zurückdrängen der Demokratiebewegung, die ihn gestürzt hatte.