Verhandlungen

Nord- und Südkorea planen Treffen für getrennte Familien

Nach den heftigen Spannungen im Frühjahr gehen Süd- und Nordkorea weiter aufeinander zu.

Das kommunistische Regime in Pjöngjang erklärte sich am Sonntag bereit, zum nationalen Erntedankfest am 19. September auf seinem Gebiet wieder direkte Kontakte zwischen Angehörigen koreanischer Familien zuzulassen. Die Verwandten waren durch Landesteilung und Bruderkrieg (1950 bis 1953) getrennt worden.

Wie vom Süden vorgeschlagen, könnten am kommenden Freitag Verhandlungen zwischen den Rot-Kreuz-Verbänden beider Länder über Details stattfinden. Das berichteten staatliche Medien unter Berufung auf das Komitee für die friedliche Wiedervereinigung Koreas. Die bisher letzte Runde von kurzfristigen Begegnungen zwischen getrennten Familien hatte es 2010 gegeben.

Der Streit über das nordkoreanische Atomprogramm hatte sich infolge des dritten Nuklearwaffentests des Landes im Februar zugespitzt. Zuletzt hatten beide Seiten aber wieder deutliche Signale der Entspannung ausgesendet. Nordkoreas Führung schlug zudem Arbeitsgespräche über die Wiederaufnahme eines gemeinsamen Programms für Reisen südkoreanischer Touristen ins grenznahe Kumgangsan-Gebirge an der Ostküste Nordkoreas vor. Die Unterredungen könnten schon am Donnerstag stattfinden. Ob Seoul zustimmt, war zunächst unklar. Die Reaktion Nordkoreas erfolgte wenige Tage nach der Einigung beider Länder auf eine baldige Wiedereröffnung des gemeinsamen Industrieparks in Kaesong. In dem Komplex in der grenznahen nordkoreanischen Stadt steht der Betrieb seit April infolge zunehmender Spannungen still. Beide Länder unternehmen weitere Schritte, um den Industriepark wieder in Betrieb zu nehmen. Eine Delegation aus Südkorea begann vor Kurzem mit der Prüfung technischer Anlagen.