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Rückzug der Konzerne

Produktionsstopp Der weltweit zweitgrößte Haushaltsgerätehersteller Electrolux stoppt bis auf Weiteres seine Produktion in Ägypten. Am Sonnabend werde eine Wiederaufnahme geprüft, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag. Die AEG-Mutter beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter in dem Land. Auch die Opel-Mutter General Motors hielt die Bänder in ihrem Werk nahe Kairo mit 1400 Mitarbeitern an. Europas größter Ölkonzern Royal Dutch/Shell lässt seine Büros vorerst geschlossen.

Deutsche Unternehmen Nach Angaben des DIHK sind mehr als 80 deutsche Unternehmen mit rund 24.000 Mitarbeitern in Ägypten aktiv, darunter 20 produzierende Unternehmen aus Autobranche, Chemieindustrie und Elektrotechnik. Geschäfte im Land am Nil seien derzeit nahezu unmöglich, sagte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier. „Die Logistikketten reißen ab.“ Auch der deutsche Autozulieferer Leoni hat seine Produktion bereits am Mittwochnachmittag angehalten.

Tourismus Touristen meiden das Krisenland inzwischen. „Die Nachfrage ist in den vergangenen vier Wochen zurückgegangen“, sagte ein TUI-Sprecher. Der Buchungsstand liege unter dem der Vorsaison. Nil-Kreuzfahrten und Reisen nach Luxor seien vorerst bis Mitte September aus dem Programm genommen worden. Die Sicherheitslage in den Badeorten auf dem Festland sei aber bisher unverändert ruhig. Derzeit machen 6000 deutsche Gäste mit TUI am Roten Meer Urlaub.