Flüchtlinge

Asylbewerber-Zahl hat sich in einem Jahr verdoppelt

Im Juli haben 9516 Menschen Asyl in Deutschland beantragt, mehr als doppelt so viele wie die 4498 des Vorjahresmonats.

Das teilte das Bundesinnenministerium am Mittwoch in Berlin mit. Im Vergleich zum Juni stieg die Zahl der Bewerber um 13 Prozent. Insgesamt haben in diesem Jahr bisher mehr als 52.000 Menschen erstmalig Asyl beantragt. Die meisten stammen aus der Russischen Föderation. So suchen laut Flüchtlingsorganisationen Folteropfer aus Tschetschenien vielfach in Deutschland Zuflucht. An zweiter Stelle stehen Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien, gefolgt von Menschen aus Afghanistan.

Die Einreise der Russen bereitet auch den Sicherheitsbehörden Kopfzerbrechen. Sie gehen nach Angaben aus Sicherheitskreisen davon aus, dass 90 Prozent der Asylbewerber aus der russischen Teilrepublik Tschetschenien stammen. Unter ihnen sollen auch Anhänger der radikalen Islamistenorganisation Kaukasisches Emirat und ihres Anführers Doku Umarow sein.

Nur etwa ein Zehntel der Antragsteller erhält allerdings tatsächlich Asyl. Bei 11,8 Prozent aller Asylentscheidungen im Juli seien die Antragsteller als Flüchtlinge anerkannt worden, erklärte das Innenministerium. Weitere 10,6 Prozent erhielten eine Duldung und dürfen damit nicht abgeschoben werden.